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Der Sturm auf die Stasi-Zentrale

In der sächsischen Bezirkshauptstadt Leipzig und in anderen Städten der DDR dringen am 4. Dezember 1989 Bürger in die Bezirksverwaltungen des früheren Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) ein, um Abtransport und Vernichtung von Akten zu unterbinden. Mit ihrer Aktion wollen sie sicherstellen, dass hauptamtliche und so genannte informelle Mitarbeiter (IM) des Staatssicherheitsdienstes (Stasi) der DDR strafrechtlich verfolgt werden können.

Chronik Jahresband 1989

Hausarrest für Mielke und Honecker

Am 17. November war das Ministerium für Staatssicherheit offiziell in Amt für nationale Sicherheit umbenannt worden. Stasi-Chef Erich Mielke verlor seine Ämter und wird am 5. Dezember ebenso wie Erich Honecker und andere ehemalige SED-Politbüromitglieder in der Waldsiedlung Wandlitz unter Hausarrest gestellt. Doch unter Leitung früherer Stasi-Offiziere, darunter Generaloberst Rudi Mittig, bestanden die alten Strukturen weiter fort. Mittig und andere leitende Mitarbeiter erklären am 5. Dezember ihren Rücktritt, im Amt bleibt der umstrittene Behördenleiter Wolfgang Schwanitz.

Dieser hatte sich nach seiner Ernennung zwar von den früheren Praktiken der im DDR-Volksmund "VEB Greif und Horch" genannten Stasi distanziert und eine Verringerung der Mitarbeiterzahl um 8000 angekündigt, doch seine Stellung wird unhaltbar, als er am 7. Dezember zugeben muss, die Vernichtung von Akten in seinem Bereich befohlen zu haben.

Zum Artikel "VEB Greif und Horch"

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