wissen.de
Total votes: 93
wissen.de Artikel

Die Chance auf ein neues Leben schenken

Gemeinsam gegen Blutkrebs

Seit Gründung der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH am 28. Mai 1991 haben sich bereits über als 1,9 Mio. Menschen registrieren lassen. Über 17.000 mal konnten Stammzellspender schwer kranken Menschen Hoffnung auf neues Leben geben. Mit diesem überwältigenden Erfolg gibt sich die DKMS aber nicht zufrieden. Das Ziel: Irgendwann soll jeder Patient, der eine Stammzellspende braucht, einen passenden Spender finden.

Aufmerksamkeit schaffen, Aufklärung, Vorurteile abbauen und Spender finden – ein erklärtes Ziel der DKMS. Alle 45 Minuten reißt die Diagnose Leukämie in Deutschland jemand neu aus seinem bisherigen Leben, darunter auch viele Kinder und Jugendliche. Unzähligen Patienten kann nur durch eine Stammzellspende geholfen werden. Zwar werden täglich acht Stammzellspender vermittelt, trotzdem findet sich immer noch für jeden fünften Patienten kein geeigneter Spender. Oft ist nicht mangelnde Hilfsbereitschaft der Grund für das zögerliche Verhalten in Sachen Registrierung. Eher steht Unkenntnis, Unsicherheit oder auch Angst hinter dieser Haltung. Aufklärung tut daher Not.

Viele Wege führen in die DKMS. In öffentlichen Aufrufen, bei Aktionen in Firmen, per Brief oder Internet (www.dkms.de) melden sich die neuen Spender. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung folgt in der Regel eine kleine Blutentnahme. Fünf Milliliter reichen, um die Gewebemerkmale festzustellen, in besonderen Fällen geht das auch mit einem Abstrich aus der Wangenschleimhaut. Passt ein Spender zu einem Patienten und ist er weiter zur Spende bereit, ist nach weiteren – auch sehr gründlichen gesundheitlichen - Untersuchungen die Spende möglich.

Für die Entnahme der lebensrettenden Zellen gibt es zwei Methoden. Zur Vorbereitung auf die „periphere Stammzellentnahme“ aus dem fließenden Blut bekommt der Spender einen hormonähnlichen Stoff, der fünf Tage vor der Entnahme gegeben wird. Er veranlasst die Stammzellen, vermehrt ins fließende Blut auszuschwärmen. Mit einem speziellen Verfahren können sie dann ambulant aus dem Blut heraussortiert werden. Für den Spender bedeutet das natürlich ein paar Unannehmlichkeiten. Vor der peripheren Stammzellentnahme können grippeähnliche Symptome auftreten, die durch den hormonähnlichen Stoff verursacht werden.

Als zweite Möglichkeit wird Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen (nicht aus dem Rückenmark!). Das erfolgt unter Vollnarkose und deswegen muss der Spender sich auf einen kurzen Aufenthalt in der Entnahmeklinik einrichten. Nach der Knochenmarkentnahme kann die Entnahmestelle sich bemerkbar machen. Spender haben das Gefühl beschrieben „als hätte ich mich an der Tischkante gestoßen“. Unabhängig von der Entnahmeart sind aber die Spender sich meist einig: „Was ich mitgemacht habe ist nichts im Vergleich zu dem was der Patient erlebt.“ Wer gespendet hat, ist in der Regel bereit, dies bei Bedarf sofort wieder zu tun. Man sollte zu beiden Methoden bereit sein, denn je nach Alter des Patienten oder der Diagnose kann die eine oder die andere Methode medizinisch gewünscht sein.

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
© DMKS
Total votes: 93