Das Zerstörungswerk durch Feuer erschien den Menschen besonders diabolisch, weil die Wärmequelle in jedem Haus das Zentrum des täglichen Lebens bildete, sei es Kamin in der Küche, der Ofen der bürgerlichen »guten Stube« oder das offene Feuer der ländlichen Höfe, das Schinken und Würste ebenso räucherte wie es das unterm Dach gelagerte Getreide trocknete. Der »eigen Rauch und Schmauch«, der als Ort der Nahrungszubereitung das Überleben sicherte, war Inbegriff des Hausbesitzes und des häuslichen Friedens. Entsprechend konnte ein Soldat seine Überlegenheit nicht wirkungsvoller demonstrieren als durch die Zerstörung von Feuerstellen und Öfen.
Das Plündern und »Abfackeln« von Höfen wirkte sich nicht nur verheerend aus, weil den Menschen das Dach über dem Kopf verloren ging, sondern weil dadurch Nahrungsmittel, Lagermöglichkeiten und alle Besitztümer vernichtet wurden: Geld spielte auf dem Lande damals kaum eine Rolle, als Wertgegenstände galten vielmehr Bettzeug, (Tisch-)Wäsche, Kleidung und Schmuck - wohlverwahrt in großen Truhen. Während heutzutage auch der Kleinsparer sein Geld »anlegt«, den Schmuck im Banktresor verwahrt, eine Hausratversicherung abschließt und im Notfall auf das Sozialamt hoffen kann, führte die enge Bindung aller Habe ans Wohnhaus im 17. Jahrhundert rasch dazu, dass, wer abgebrannt, auch bettelarm war.



