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Google TV und Apple TV

Wenn sich die moderne Menschheit um eines keine Sorgen machen muss, dann um das Fernsehen. Die Fülle an Angeboten (Kabel, Satellit, Pay-TV, DVBT) wird ständig durch Neuerungen in Kombination mit dem Internet erweitert. Interaktives Fernsehen, nutzerorientierte Programmauswahl und Steuerung über Smartphones sind Schlagworte aus der Werbung. Doch was bringen all diese neuartigen Fernsehangebote?
Kim Schöffler

Was ist Google TV und was kann es?

TV 3.0
photocase.com/veynern
Das Fernseherlebnis der neuen Generation ist bisher noch nicht auf dem Markt. Warum? Weil sich Google an einem Projekt versucht, woran auch vor ihm schon mehrere Firmen gescheitert sind. Wieder und wieder wurde der Start von Google TV verschoben. Im Sommer 2012 soll es nun endlich soweit sein. Die Software soll in Fernsehgeräten, Blue-ray-Playern und als kleine sogenannte Set-Top-Box auf den Markt kommen. Erste Gehversuche schienen jedoch ernüchternd: schwammige Steuerung und  fragwürdige Stabilität. Google musste weiter tüfteln und um Partner kämpfen, denn neben Intel ist auch Logitech abgesprungen. Klar hingegen ist, dass Google TV auf dem Android-System basieren soll und neben Internetinhalten auch das normale Fernsehprogramm vorhält. Google-TV soll außerdem die Gewohnheiten seiner Nutzer analysieren, so Vorlieben erkennen und dazu passende, individuelle Programmvorschläge geben. Darüber hinaus hat man via Google TV Zugang zum App-Store von Android. In den USA ist das Projekt so gut wie gescheitert, denn die großen Sender verweigern dem Unternehmen den Zugriff auf ihre Inhalte. Ziel der Software soll sein, sein Fernseherlebnis selbst gestalten zu können, Informationen zum aktuellen Programm blitzschnell im Internet nachzuschlagen und die Lieblingsserie anzuschauen, wann es einem gefällt.

 

Was ist Apple TV und was kann es? 

Im Gegensatz zu Google TV ist Apple TV ausschließlich als Set-Top-Box erhältlich, die an den Fernseher angeschlossen wird und über W-Lan verfügt. Sie fungiert sowohl als Stream aber auch als virtuelle Videothek. Filme, Bilder oder Musik vom Macbook oder dem I-Phone können per Klick via Airplay auf dem Fernseher angezeigt werden. Diashows mit teuren Projektoren gehören damit der Vergangenheit an. In der Videothek steht eine große Auswahl an Filmen zur Verfügung. Diese können allerdings meist nur in HD-Qualität geliehen werden, was sich im Preis bemerkbar macht. Internetradio, Podcasts und eine Youtube-Suche runden die Software ab. Was Apple TV allerdings zum wirklichen TV machen würde, fehlt: ein Fernsehprogramm. Gerüchte, dass Apple in das Fernsehgeschäft einsteigt und noch dieses Jahr einen personalisierten und einfach zu bedienenden Fernseher namens i-TV herausbringt, verdichten sich mehr und mehr. Angeblich will das Unternehmen bereits im Mai, spätestens im Juni 2012, mit der Produktion beginnen. 

 

i-TV: ein revolutionäres Projekt? 

Die Gerüchte um ein Apple i-TV setzen Google gehörig unter Druck. Wer wird der erste sein? Sollten diese Produkte dann aber tatsächlich auf den Markt kommen, könnte es eine Revolution werden. Auf diese Art Informationen zu konsumieren, ist neuartig und hat kaum mehr etwas mit einem “normalen“ Fernsehabend zu tun. Nach Stichworten suchen, gleichzeitig bei Facebook online sein und nebenbei das Fernsehprogramm ansehen erfordert Multitasking auf höchstem Niveau. Nun stellt sich manch einer die Frage, ob das der Menschheit zum glücklich sein gefehlt hat. Doch wie bei allen anderen technischen Wundern der Zukunft geht es nicht um das Brauchen, sondern um das Können! Wem diese Technik zu kompliziert ist, lässt vielleicht lieber die Finger davon und nutzt den einfachsten Weg über DVB-T, um am Sonntagabend den Tatort im Ersten zu verfolgen.       

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