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Häusliche Pflege von Pflegebedürftigen mit und nach einer Corona-Infektion

Die Corona-Pandemie stellt den Pflegealltag bei vielen Menschen auf den Kopf. Neue Hygienemaßnahmen mussten implementiert und neue Materialien angeschafft werden. Besonders kritisch wird es, wenn ein Pflegebedürftiger an Corona erkrankt. Der Infektionsschutz und eine umsichtige Betreuung sind nun besonders wichtig. Auch nach Corona kann die Erkrankung den Alltag bestimmen. Nämlich dann, wenn Long-Covid-Symptome eintreten.

Der Infektionsschutz als wirksame Waffe gegen Corona

Corona ist nachweislich leicht übertragbar. Eine scheinbar besonders schnelle Verbreitung durch die neuen Virusvarianten (auch Mutanten genannt) möglich. Darunter beispielsweise die britische Version B.1.1.7, die hierzulande laut Experten einen großen Anteil bei Neuinfektionen einnimmt. Um die Verbreitung einzudämmen und somit auch die Folgen für jeden Einzelnen ist der Infektionsschutz wichtig. Besonders im Pflegealltag muss er Anwendung finden. Nicht zuletzt deshalb, da Pflegebedürftige aufgrund ihres Alters oder ihrer Erkrankung geschwächt sein können. Neben den AHA-Regeln, die einen ausreichenden Abstand, Hygiene und das Tragen einer Maske vorsehen, bereichern auch andere Maßnahmen den Infektionsschutz. Im häuslichen Umfeld, in dem die pflegebedürftige Person versorgt wird, sollten Oberflächen und Gegenstände regelmäßig desinfiziert werden. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch wie Bettschutzeinlagen oder Einmalhandschuhe müssen fachgerecht, am besten in einem verschließbaren Mülleimer, entsorgt werden. Das regelmäßige Wechseln der Kleidung sowie der Bettwäsche und die anschließende Reinigung tragen ebenso zum Infektionsschutz bei. Auch regelmäßige Tests in einem Testzentrum oder durch Antigen-Schnelltests für Zuhause kann das Risiko, wie in jedem anderen Alltagsbereich, reduziert werden.

Wenn die/der Pflegebedürftige Corona hat

Wichtige Kontaktpersonen, die sich zum Beispiel um die Pflege kümmern, stehen auf der Prioritätenliste für Impfungen weiter oben. Trotz Impfung kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass jemand an Corona erkrankt. Allerdings sind die Verläufe Beobachtungen zufolge deutlich milder. Eine besondere Herausforderung ist es, sich selbst um einen Corona-Erkrankten zu kümmern. Sofern kein Krankenhausaufenthalt nötig ist, wird die Pflege wie gewohnt Zuhause durchgeführt. Jegliche Veränderungen im Gesundheitszustand sollten dem Arzt mitgeteilt werden. Je nach Situation muss dann neu überlegt werden, ob eine Unterbringung in einer Klinik notwendig ist. Personen, die sich um einen pflegebedürftigen Angehörigen mit Corona kümmern, sollten besonders gut auf den Infektionsschutz achten, um sich selbst nicht anzustecken.

Wenn die/der Pflegebedürftige Long-Covid Symptome hat

Immer wieder beobachten Mediziner, dass Patienten nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 unter Spätfolgen leiden. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass beinahe drei Viertel aller Corona-Patienten davon betroffen sind. Besonders häufig scheint das Phänomen bei älteren Menschen und Frauen aufzutreten. Grundsätzlich ist aber niemand von den Spätfolgen einer Corona-Erkrankung geschützt. Wie sich die Symptome äußern, ist ganz unterschiedlich. Chronische Erschöpfung oder Muskelschwäche wird besonders oft verzeichnet. Schlafstörungen, Depressionen und Angststörungen sind ebenfalls möglich. Betroffene pflegebedürftige Personen, aber auch deren pflegende Angehörige stehen einer zusätzlichen Belastung neben dem eigentlichen Pflegealltag gegenüber. Um schneller wieder zu Kräften zu kommen, bietet die Deutsche Rentenversicherung eine Anschlussrehabilitation (AHB) oder medizinische Rehabilitation für Menschen mit Post-Covid-Syndrom an.

Das erleichtert den Corona-Pflegealltag

Es gibt Möglichkeiten, um den Pflegealltag trotz Corona zu vereinfachen. Eine besondere Hilfe sind dabei Pflegehilfsmittel, haushaltsnahe Dienstleistungen und präventive Maßnahmen.

  • Präventive Maßnahmen: Eine gesunde Ernährung, ausreichend Frischluft und Bewegung können das Immunsystem fit halten. Ein gutes Immunsystem ist mit Blick auf Infektionskrankheiten immer eine gute Hilfe.
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen: Der Pflegegrad selbst aber auch Corona-Spätfolgen können die Fähigkeiten einschränken. Tätigkeiten im Haushalt fallen dann schwerer. Eine Haushaltshilfe kann dann Abhilfe schaffen. Sie kann mit dem Pflegegeld oder dem Entlastungsbetrag bezahlt werden.
  • Pflegehilfsmittel: In der Corona-Pandemie sind Pflegehilfsmittel besonders wichtig. Sie tragen entscheidend zum Infektionsschutz bei. Neben FFP2-Masken sind vor allem Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe wichtig.

Pflegehilfsmittel als Herzstück im Pflegealltag

Pflegehilfsmittel für die häusliche Pflege gehörten auch schon vor der Corona-Zeit fest zum Pflegealltag dazu. Insbesondere Pflegehilfsmittel zum Verbrauch kommen ständig zum Einsatz. Darunter fallen Materialien wie Bettschutzeinlagen, Schutzkittel, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel. Seit Neuestem zählen auch FFP2-Masken dazu. Pflegebedürftigen steht monatlich ein Budget von 40 Euro zu, um Pflegehilfsmittel zum Verbrauch anzuschaffen. Durch Corona sind die Beschaffungskosten im Bereich der Pflegehilfsmittel deutlich angestiegen. Deshalb wurde der Betrag auf 60 Euro pro Monat erhöht. Besonders komfortabel ist eine Pflegemittelbox, die ohne Zuzahlung bequem nach Hause geliefert wird. Sie kann individuell zusammengestellt werden, je nachdem, welche pflegerischen Maßnahmen im häuslichen Umfeld durchgeführt werden müssen.

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