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LEXIKON

Dsney

[ˈdizni]
Walt (Walter Elias), US-amerikanischer Zeichentrickfilmregisseur, -autor und -produzent, * 5. 12. 1901 Chicago,  15. 12. 1966 Burbank; erfand 1928 die Trickfilm-Figur Mickey Mouse, der Donald Duck und weitere Figuren des im gleichen Jahr gegründeten Disney-Universums folgten; stellte ab 1932 auch Farbfilme her. 1955 Einrichtung des Vergnügungsparks Disneyland in Anaheim bei Los Angeles (USA); weltbekannte Zeichenfilme: „Micky Maus“ 1928; „Donald Duck“ 1937;
  • Deutscher Titel: Schneewittchen und die 7 Zwerge
  • Original-Titel: SNOW-WHITE AND THE SEVEN DWARFS
  • Land: USA
  • Jahr: 1937
  • Regie: Walt Disney
  • Drehbuch: Ted Sears, Otto Englander, Earl Hurd, Dorothy Ann Blank, Richard Creedon, Dick Richard, Merrill de Maris, Webb Smith
Nach dem Märchen der Gebrüder Wilhelm und Jacob Grimm entsteht der erste abendfüllende Zeichentrickfilm von Walt Disney: »Schneewittchen und die 7 Zwerge«.
Der Aufwand übersteigt alles auf dem Sektor des Animationsfilms bisher Dagewesene: Die Arbeit dauert drei Jahre statt der geschätzten 18 Monate, die Kosten wachsen um das Sechsfache von 250 000 auf 1,5 Mio. Dollar. 570 Zeichner fertigen nach genauen Vorgaben über 1 Mio. Einzelbilder an. Einzelne Passagen wie z.B. der im Film nur eine Minute lange Heimweg der sieben Zwerge beschäftigt fünf Zeichner ein halbes Jahr lang. Der hohe Aufwand entsteht dadurch, dass jedem Zwerg spezifische Bewegungen zugewiesen werden, damit der Zuschauer nicht »Sleedy« (der mit dem längsten Bart) mit »Grumpey« (mager, strähniger Bart) verwechselt. Die Zwerge haben auch ihre eigenen Charaktere: Der eine ist tollpatschig, der andere schlafmützig, der Dritte klug usw.
Die niedlichen Tierzeichnungen und die opulente Bildkomposition werden in ihrer Wirkung verstärkt durch viele muntere Songs.
In »Schneewittchen« gehen all jene Erfahrungen ein, die Disney seit 1928 bei seinen maximal sieben Minuten dauernden Kurzfilmen gemacht hatte. Als Problem erweist sich die Länge des Films: Zwei lange Sequenzen werden aus dem fast fertigen Werk herausgeschnitten.
Der Kassenschlager »Schneewittchen« spielt weltweit über 8 Mio. Dollar ein. Die Fachzeitschrift »Variety« nennt als Ursache für den Erfolg: »Es ist niemals zuvor irgendetwas Ähnliches in den Kinos gewesen wie Disney`s Snow White and the Seven Dwarfs` Die Illusion ist so perfekt, die Liebesromanze so zärtlich und die Fantasie so emotionell, wenn das Handeln der Figuren eine Tiefe erreicht, die der Innigkeit menschlicher Darsteller gleichkommt. Der Film hat wirkliche Größe.«
„Schneewittchen und die 7 Zwerge“ 1937;
„Bambi“ 1942 u. a.; Dokumentar- und Spielfilme: „Die Wüste lebt“ 1953; „Wunder der Prärie“ 1954;
„20 000 Meilen unter dem Meer“ 1954;
„Mary Poppins“ 1964 u. a.
  • Deutscher Titel: Dampfschiff Willie
  • Original-Titel: STEAMBOAT WILLIE
  • Land: USA
  • Jahr: 1928
  • Regie: Walt Disney
  • Drehbuch: Walt Disney
Im Colony-Theater in Manhattan hat mit »Dampfschiff Willie« derjenige Film von Walt Disney Premiere, der dem Zeichner zum endgültigen Durchbruch verhilft. Es ist Disneys dritter Film mit der Micky-Maus-Figur und sein erster vertonter Trickfilm. 20 Jahre lang leiht er der Maus von nun an seine Stimme.
Seit 1922 arbeitet Disney in Hollywood, ohne aber feste Verträge zu haben. Seine Serie »Alice in Cartoonland« bringt ihm erste kommerzielle Erfolge. Nach dem Durchbruch des Tonfilms beschließt Disney, das Vertonungsverfahren für eine neue Form des Trickfilms zu verwenden. »Dampfschiff Willie« ist das wegweisende Resultat dieser Überlegung.
Disneys Trickfilme beruhen auf visuellen Gags. Der Ton wird weniger für Dialoge als vielmehr für eine perfekt auf die Handlung zugeschnittene musikalische Unterlegung genutzt. Die berühmteste Szene aus »Dampfschiff Willie« zeigt Mickey und Minni, wie sie Tiere als Musikinstrumente benutzen Mickey z. B. spielt auf dem Schwanz einer Katze wie auf einem Saiteninstrument. Musik, Geräusche und Handlung verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen.
Disney zeichnet sich durch innovativen Wagemut aus. Anstatt auf Altbewährtes zu setzen, bringen seine nun schnell wachsenden Studios immer neue Ideen auf die Leinwand. In »Der Kampf zwischen der klassischen Musik und dem Jazz« inszeniert Disney z.B. eine akustisch-visuelle Schlacht beider Musikrichtungen. Auf einem ähnlichen Prinzip beruht die 1928 einsetzende Serie der »Silly Symphonies«, in der ein Handlungsfaden meist aus dem Märchenbereich gezeichnet und durch kraftvolle Musik begleitet wird. Tanz oder auf Musik abgestimmte Bewegungen bestimmen diese Kurzfilme bis 1938.
Ab 1937 wendet sich Disney verstärkt abendfüllenden Farbfilmen zu, in denen er ein neues, weites Feld für seine zeichnerischen Ideen findet.
  • Deutscher Titel: Bambi
  • Original-Titel: BAMBI
  • Land: USA
  • Jahr: 1942
  • Regie: Walt Disney
  • Drehbuch: Larry Morey
Nach dem experimentellen Zeichentrickfilm »Fantasia« (1940) und dem mehr konventionellen »Dumbo« kommt mit »Bambi« ein Disney-Trickfilm in die Kinos, der sich durch naturalistische Genauigkeit von seinen Vorgängern unterscheidet.
Bambi ist ein junges Reh, das durch Jäger seine Mutter verliert. Ganz auf sich gestellt, streift es fortan durch die Wälder und muss viele Abenteuer meistern. Schließlich begegnet es einem anderen Reh und setzt sich mittlerweile erwachsen geworden als Leittier einer Herde durch.
Die Zeichnungen zu »Bambi« wurden in fünfjähriger Arbeit von einem Team angefertigt. Das Ergebnis ist eine detailverliebte und wirklichkeitsnahe Darstellung des Waldlebens. Im Gegensatz zu den meisten anderen Disney-Filmen fehlt auch das dominierende komische Element: »Bambi« ist ein ernsthaftes Abenteuermärchen mit mehr sentimentalen als humorvollen Akzenten.
Der anrührende Film ist bis heute eine der populärsten Arbeiten der Disney-Studios.
  • Deutscher Titel: Mary Poppins
  • Original-Titel: MARY POPPINS
  • Land: USA
  • Jahr: 1964
  • Regie: Robert Stevenson
  • Drehbuch: Bill Walsh, Don DaGradi, nach den Büchern von Pamela L. Travers
  • Kamera: Edward Colman
  • Schauspieler: Julie Andrews, Dick van Dyke, Glynis Johns
  • Auszeichnungen: Oscars 1965 für Hauptdarstellerin (Julie Andrews), Schnitt, Musik, Filmlied, Spezialeffekte
Julie Andrews bezaubert als gute Fee in dem trickreichen Glanzstück »Mary Poppins« aus der Disney-Filmküche, das zu einem späten Klassiker des Musicals und des Kinderfilms wird.
Im Hause Banks fühlen sich die Kinder Michael und Jane vernachlässigt, weil die Eltern so wenig Zeit für sie haben. Das ändert sich, als unter kuriosen Umständen ein junges Fräulein ins Haus schwebt; mit Hilfe eines Zauberwortes kann Mary Poppins mit ihren Schützlingen die unmöglichsten, märchenhaftesten Orte aufsuchen. So erleben die Kinder Abenteuer mit tanzenden Pinguinen, lebenden Karussellpferdchen und einem ausgelassenen Schornsteinfeger-Ballett (zu den Klängen des Evergreens »Chim Chim Cheree«) über den Dächern Londons.
Die Disney-Studios scheuen keine Kosten sie verbinden scheinbar mühelos aufwändige Trick- und Realaufnahmen, mischen Melodien und Tanzeinlagen zu einem märchenhaften, bunten Spektakel auf der Leinwand.
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