Lexikon
Elbe
tschechisch Labenach dem Rhein der längste und verkehrsreichste deutsche Fluss, 1165 km (davon 725 km innerhalb Deutschlands), 144 000 km2 Einzugsbereich; entspringt mit mehreren Quellen im südlichen Teil des Riesengebirges (Tschechische Republik), durchbricht im Elbefall bei Špindlerův Mlýn den südlichen Kamm des Riesengebirges, durchfließt in einem großen Bogen den Nordosten des Böhmischen Beckens und tritt nach Aufnahme von Moldau und Eger ins Böhmische Mittelgebirge ein. Zwischen Děčín und Pirna durchbricht der Fluss das Elbsandsteingebirge, fließt bis Meißen durch die Dresdner Elbtalweitung und tritt bei Riesa ins Norddeutsche Tiefland ein. Bis Magdeburg nimmt sie die Schwarze Elster, Mulde und Saale und oberhalb von Wittenberge die Havel auf. Von Hamburg bis zur Mündung in die Nordsee bei Cuxhaven erweitert sich die Elbe von 2,5 auf etwa 15 km. Bis Geesthacht oberhalb von Hamburg sind die Gezeiten der Nordsee spürbar. Das regelmäßig bei Flut stromaufwärts dringende Wasser hat die Mündung zu einem breiten Trichter (Ästuar) gestaltet.
Schleswig-Holstein: Satellitenaufnahme
Satellitenaufnahme von Schleswig-Holstein
Landsat-Bild der deutschen Nord- und Ostseeküste mit Elbmündung und Hamburg
© wissenmedia/DLR
Die Elbe weist eine ungleichmäßige Wasserführung auf; das Maximum des Wasserstands fällt normalerweise auf die Monate März und April. Im Sommer 2002 führte ein extremes Hochwasser zu katastrophalen Überschwemmungen in der Tschechischen Republik und in Deutschland.
Durch den Eintrag von Industrieabwasser war die Elbe zu DDR-Zeiten stark mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet. Seit der Wiedervereinigung Deutschlands konnte die Wasserqualität durch die Stilllegung von Industriebetrieben und den Bau von Kläranlagen deutlich verbessert werden. Weite Teile des mittleren Elbetals wurden als Biosphärenreservat unter Schutz gestellt.
Durch die Havel und die Havelkanäle ist die Elbe mit Berlin und der Oder, durch den Mittellandkanal (Wasserstraßenkreuz bei Magdeburg) mit dem Ruhrgebiet und durch den Elbe-Lübeck-Kanal mit der Ostsee verbunden. Wichtige Binnenhäfen sind Ústí nad Labem, Děčín, Dresden, Riesa, Magdeburg und Wittenberge. Durch künstliche Elbvertiefung im Unterlauf ist die Elbe bis Hamburg für Seeschiffe bis 12,5 m Tiefgang befahrbar; die beantragte weitere Vertiefung und Verbreiterung der Fahrrinne im Unterlauf ist derzeit heftig umstritten. Im Oberlauf ist die Elbe bis Mělník (Tschechische Republik) für 1000-t-Schiffe befahrbar.
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