Lexikon

Hohenzllern

deutsches Fürstengeschlecht; wahrscheinlich, da bei ihm in früherer Zeit der Name Burchard sehr häufig war, aus dem alten schwäbischen Herzogsgeschlecht der Burchardinger hervorgegangen. Deren nachweisbarer Ahnherr war Graf Huntfried von Rätien (9. Jahrhundert). In den Chroniken des 11. Jahrhunderts findet man zunächst den Namen von Zolre („von Söller“; nach der Lage der Burg) oder von Zolorin, später von Zollern und endlich von Hohenzollern.
Burchard und Wezil von Zolorin tauchen erstmalig 1061 in der Geschichtsschreibung auf. Auf Burchards Sohn Graf Friedrich I. ( um 1125) folgten Friedrich II. (erwähnt 11251145) und dessen Sohn Friedrich III. ( um 1200), der das Geschlecht nach Franken übersiedelte. Als treuer Gefolgsmann der Staufer und durch günstige Heirat wurde er als Friedrich I. kaiserlicher Burggraf von Nürnberg (1192 als solcher genannt). Seine Söhne begründeten zwei Linien: Friedrich II. ( 1251/55) die schwäbische, später fürstliche und katholische Linie (unterteilt in Hechinger, Sigmaringer und Haigerlocher) und Konrad I. ( um 1261) die fränkische Haupt- und Kurlinie.
Die
fränkische Linie
der Hohenzollern erlangte mit Friedrich VI., als Markgraf Friedrich I., 1415 die Markgrafschaft Brandenburg. Sie übte in den folgenden fünf Jahrhunderten größten Einfluss auf die brandenburgisch-preußische und die deutsche Geschichte aus; Brandenburg (Geschichte), Preußen (Geschichte). Durch die Dispositio Achillea von 1473 wurden die fränkischen Nebenlinien Ansbach und Bayreuth gegründet. Ihre Besitzungen fielen 1792 an Preußen.
Die
schwäbische Linie
teilte sich in die Linien Hohenzollern-Haigerloch, Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen. Hohenzollern-Haigerloch starb bereits 1634 aus. Die beiden Fürsten von Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen verzichteten 1849 auf ihre Souveränität zugunsten Preußens; ihre Länder wurden ein preußischer Regierungsbezirk.
Mit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. (1918) endete der Einfluss der Hohenzollern auf die deutsche Geschichte. In der vermögensrechtlichen Auseinandersetzung mit dem preußischen Staat 1925/26 erhielten die direkten Nachkommen des Kaiserhauses 62 000 ha Land, darunter die schlesische Herrschaft Oels (Wohnsitz des 1923 nach Deutschland zurückgekehrten Kronprinzen Wilhelm), sowie 15 Mio. Reichsmark. Ein großer Teil dieser Ländereien ging den Hohenzollern durch den 2. Weltkrieg verloren.
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