Lexikon

ISAF

Abkürzung für englisch International Security Assistance Force, „Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe“; durch Beschluss des UN-Sicherheitsrates vom 20. 12. 2001 aufgestellte internationale Friedenstruppe zur Unterstützung der afghanischen Regierung bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit und der Wahrung der Menschenrechte. Der ISAF-Einsatz war zunächst zeitlich bis Juni 2002 begrenzt, wurde dann aber mehrfach verlängert und ist seit 2003 von der NATO geführt. Konzentrierte sich der Einsatz der ISAF zunächst auf Kabul und Umgebung, wurde er bis 2006 auf ganz Afghanistan ausgedehnt.
Nach einem entsprechenden Beschluss des Deutschen Bundestages vom 22. 12. 2001 beteiligte sich die Bundeswehr an ISAF mit anfangs bis zu 1 200 Soldaten, die mit Truppen aus anderen Staaten ein gemeinsames Einsatzkontingent stellten. Der zunächst auf sechs Monate befristete deutsche Einsatz wurde mehrfach verlängert. Am 9. 3. 2007 beschloss der Bundestag den zunächst bis 13. 10. 2007 befristeten ISAF-Einsatz von Aufklärungsflugzeugen vom Typ Tornado (Tornado RECCE). Die Tornados sollen vor allem im Süden Afghanistans durch ihre Luftaufnahmen die Feststellung der Gesamtlage und damit die ISAF-Truppen unterstützen. Eine Übermittlung der gewonnenen Daten an die von den USA geführte Operation Enduring Freedom zur Bekämpfung des Terrorismus ist nur dann zulässig, wenn aufgrund der Aufklärungsergebnisse ISAF-Missionen betroffen sind.
Das ISAF- und das Tornado-Mandat der Bundeswehr wurden am 15. 11. 2007 zusammengelegt und um ein Jahr verlängert, die personelle Obergrenze bei 3 500 Mann festgelegt. Erneut beschloss der Bundestag am 16. 10. 2008 eine Änderung des Mandats: Es wurde um 14 Monate verlängert, außerdem wurde der Einsatz von maximal 4 500 Soldaten gebilligt. Im Februar 2010 erfolgte eine Mandatsverlängerung für ein weiteres Jahr, zudem wurde die personelle Obergrenze auf 5 350 Soldaten angehoben. Der Bundestag verlängerte das Mandat am 28. 1. 2011 erneut um zwölf Monate. Mit der am 26. 1. 2012 beschlossenen Verlängerung um ein weiteres Jahr wurde die Truppen-Obergrenze auf 4 900 Personen reduziert, verbunden mit der Perspektive einer weiteren Reduzierung auf 4 400 Personen bei entsprechender Sicherheitslage.
An der ISAF beteiligten sich Anfang September 2012 50 Länder mit 112 579 Soldaten. Regionale Teams (Provincial Reconstruction Teams) bemühten sich um den Wiederaufbau des Landes. Deutschland hat mit dem Regionalkommando in Mazar-e Sharif seit 2006 im Rahmen der ISAF die Verantwortung für den gesamtem Norden Afghanistans inne und führt das Provincial Reconstruction Team in Kunduz.
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