Lexikon
Kommunịsmus
[
lateinisch communis, „gemeinsam“
]Ende des Sowjetkommunismus
Seit 1985 betrieb der sowjetische Parteichef M. Gorbatschow eine Reformpolitik, die eine begrenzte Demokratisierung und Liberalisierung des politischen und ökonomischen Systems bezweckte, in ungeplanter Konsequenz aber zum Zusammenbruch des Kommunismus im Ostblock führte. 1989/90 wurden in Polen, Ungarn, der DDR, der Tschechoslowakei, Bulgarien und Rumänien die kommunistischen Regimes gestürzt und der Übergang zu Demokratie und Marktwirtschaft proklamiert. Die Umwälzungen verliefen friedlich, außer in Rumänien. Der Sturz des kommunistischen Regimes in der DDR führte rasch zur Wiedervereinigung Deutschlands. In Albanien und Jugoslawien, die dem Ostblock nicht angehörten, kam es 1990/91 zu ähnlichen Entwicklungen; der jugoslawische Staatsverband zerfiel dadurch in blutigen Wirren. Die KPdSU musste 1990 auf ihr Machtmonopol verzichten und wurde 1991 verboten; Ende 1991 wurde die UdSSR aufgelöst. In Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken entstanden Nachfolgeparteien der KPdSU.
Der Einfluss dieser Entwicklungen auf regierende und nicht regierende kommunistische Parteien in aller Welt war unterschiedlich. In Asien folgten die Mongolei und Kambodscha dem osteuropäischen Beispiel. China, Laos und Vietnam hielten am Machtmonopol der kommunistischen Partei fest, leiteten aber eine Liberalisierung der Wirtschaft ein. Nordkorea blieb auf einem orthodoxen Kurs, ebenso das kommunistische Regime in Kuba, das einzige Lateinamerikas. In den kommunistischen Parteien Westeuropas verstärkten sich die sozialdemokratischen Tendenzen. Auch in Afrika verlor der Kommunismus nach dem Ende des Ost-West-Konflikts seine politische Anziehungskraft.
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