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LEXIKON

ukranische Literatur

die Literatur in ukrainischer Sprache, die eng mit der politischen, von wechselnden Oberherrschaften geprägten Geschichte des Landes verknüpft ist. Bereits im 16. Jahrhundert verfügten die Ukrainer über ein beachtliches religiös-polemisches Schrifttum in kirchenslawischer Sprache. Für die Erhaltung des griechisch-orthodoxen Glaubens und des Kirchenslawischen als Literatursprache setzte sich Iwan Wyschenskyj ein. Als durch die Lubliner Union (1569) eine Polonisierung der ukrainischen Oberschicht und durch die Brester Union (1596) eine konfessionelle Trennung der West- von den Ostukrainern eintrat, übernahm die Kiewer Mohylanische Akademie (gegründet 1634) die Pflege eines religiösen Schrifttums in kirchenslawischer Sprache. Den Auftakt zu einer volkssprachlichen Literatur bot erst I. P. Kotljarewskyj mit einer Aeneis-Travestie (1798), und Hryhorij Kwitka-Osnowjanenko schuf mit Volkserzählungen eine Kunstprosa. Als Begründer der neueren ukrainischen Literatur in der Epoche der Romantik gilt T. H. Schewtschenko, der die nationale Eigenständigkeit thematisierte; bedeutend aufgrund ihres breiten poetischen Schaffens waren Lesja Ukrajinka und J. Franko, die westliche impressionistische Strömungen aufgriffen. Zur Zeit der Sowjetunion wurde das Ukrainische als Literatursprache unterdrückt und erst in den 1970er Jahren von oppositionellen Schriftstellern wiederentdeckt. Die jüngste Autorengeneration wird u. a. vertreten durch Oksana Zabuzhko (* 1960), den Lyriker Sergiy Zhadan (* 1974) oder den auf Russisch schreibenden Andrej Kurkow (* 1961).
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