wissen.de Artikel

Ölfilter statt Ölwechsel

aus der wissen.de-Redaktion

 

Die Hauptfunktion von Motor-, Getriebe- oder Hydrauliköl besteht darin, den direkten Kontakt zwischen sich bewegenden Metallteilen zu verhindern. Darüber hinaus soll Öl kühlen sowie vor Korrosionen und Ablagerungen schützen. Und je besser das funktioniert, desto länger die „Lebensdauer“ des Motors oder der Anlage!

Fakt ist: Öl nutzt sich nicht ab. Es verunreinigt lediglich im Gebrauch und muss ab einem bestimmten Verschmutzungsgrad gewechselt werden. Und da gibt es keine Alternative? Doch: Ölfilter statt Ölwechsel!

 

Das Problem: Verunreinigung

Ölmessung
istockphoto.com
Während das Motoröl dem Verbrennungsvorgang ausgesetzt ist, oxidiert es und ist verschiedenen Belastungen ausgesetzt wie z. B. hohen Temperaturen, Kohle und Ruß, Metallteilchen und Wasser sowie Kraftstoff und Glykol. Diese Verunreinigungen beeinträchtigen die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Öls und führen zu einem schnelleren Verbrauch der Zusatzstoffe (Additive). Zu diesen Zusatzstoffen gehören Antioxidantien, Korrosionsschutz-Additive oder Reibkraftverminderer. Denn Öl ist nicht gleich Öl! So unterschiedlich die Einsatzbereiche und Anforderungen, so vielfältig ist auch die Auswahl an Ölen. Gemeinsam haben sie nur Eines: Sie verunreinigen im Gebrauch.

 

Die Folgen: Effizienzeinbußen

Der Abbau der Additive führt zu einem zunehmenden Qualitätsverlust und einer verminderten Schmierfähigkeit (Viskosität) des Öls. Und selbst bei einem Ölwechsel bleiben Spuren der Verunreinigung. Wenn das Öl abgelassen wird, setzen sich Rückstände auf Motorteilen oder z. B. in den Ölleitungen ab, was zur Folge hat, dass auch das neue Öl schon ersten Verunreinigungen ausgesetzt ist. Verunreinigtes Öl führt zu Säurebildung und Lochfraß, zu Schichtablagerungen, Korrosion und etlichen weiteren Problemen, die letztlich auch Schädigungen des Motors zu verantworten haben.

 

Die Aufgabe: sauberes Öl

Das Öl hat seine Qualität verloren? Dann muss es durch neues Öl ersetzt werden. Klingt simpel, ist aber weder ökonomisch, noch ökologisch von Vorteil. Die günstigere und v. a. verantwortungsvollere Lösung ist die Öl-Instandhaltung. Der herkömmliche Vollstromfilter eines jeden Motors ist mit dieser Aufgabe allein überfordert. Um dem Motor ausreichenden Schutz zu bieten, muss der Ölfilter sowohl flüssige Verunreinigungen entfernen, als auch feste Abriebe, die sich schwebend im Öl halten – und zwar bis zu einer Mindest-Partikelgröße von 15 Mikron. Denn andernfalls bündeln sich die verbleibenden Teilchen und setzen sich als Schicht ab. Forschungen haben ergeben, dass 60% des Motor-Verschleißes durch Schmutzpartikel zwischen 5 und 20 Mikron verursacht werden. Während Vollstromfilter durchschnittlich nur eine Partikelgröße zwischen 15 und 40 Mikron bewältigen, gibt es innovative Ölfiltersysteme, die Partikel ab einer Größe von 0,5 Mikron entfernen.

 

Ein Beispiel: puraDYN® Ölfiltersysteme

Ein modernes Ölfiltersystem wie puraDYN® arbeitet als Teilstromsystem im Bypass-Prinzip. Es ergänzt den Vollstromölfilter und läuft „nebenher“, ohne die Arbeit des Motors zu beeinträchtigen. Systeme dieser Art befreien das Motor- und Hydrauliköl von Schmutzpartikeln ab einer Mindestgröße von 0,5 Mikron. Positiver Nebeneffekt der dauerhaften Reinhaltung des Öls ist der deutlich langsamere Abbau der enthaltenen Zusatzstoffe. Mehr noch: Die hoch entwickelten Filter sind sogar in der Lage, verbrauchte Additive nachzureichern.

 

Die Vorteile: weniger Kosten, weniger Umweltbelastungen

Das Öl behält seine optimalen Schmier-, Kühl- und Abdichtungseigenschaften. Der Kostenfaktor reduziert sich nicht nur durch die drastische Ausdehnung der Ölwechselintervalle. Die Anschaffung von Neuöl sinkt um bis zu 90 Prozent – ebenso wie die Entsorgungskosten für Altöl. Wartungskosten oder kostspielige Ausfallzeiten verringern sich auf ein Minimum.

Bypass Ölfiltersysteme von heute sind in der Lage, die Altölerzeugung und demzufolge die Ölnachfrage auf ein Zehntel zu beschränken. Und sogar die Vollstromfilter halten bis zu fünfmal länger. Angesichts der Tatsache, dass nur ein Liter Öl eine halbe Million Liter Trinkwasser verunreinigen kann und dass der Einsatz ausgereifter Ölfilter Technologien das Risiko von Öllachen durch unsachgemäße Entsorgung erheblich eingrenzt, spricht alles für ein Umdenken: Ölfilter statt Ölwechsel. Dieses Prinzip ist ein wichtiger Schritt zur Erhaltung natürlicher Ressourcen. So hat die kalifornische Umweltbehörde beispielsweise puraDYN® zur „Technologie zur Reinhaltung der Umwelt“ erklärt. Die Vielfalt der Modelle ermöglicht bereits heute den wirkungsvollen Einsatz in verschiedensten Branchen wie Schifffahrt, Speditionen, Baumaschinen oder Kraftwerke bis hin zum privaten Wohnmobil. Die Anschaffung – egal in welcher Größenordnung – amortisiert sich binnen kürzester Zeit.

Wenn Öl in den Sondermüll gehört – dann auch überholte Technik.

 

Weitere Artikel aus dem Bereich Natur & Umwelt

Weitere Artikel aus dem Bereich Natur & Umwelt