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Perle des Mittelalters und Geisterstadt

Sie hat eines der am besten erhaltenen historischen Stadtbilder Großbritanniens – mit über 780 Jahre alten Stadtmauern, der größten mittelalterlichen Kathedrale Englands, herrlichen Gildehäusern und den engen „Snickelways“. Die Rede ist natürlich von York in der Grafschaft North Yorkshire im nordöstlichen Tiefland Englands. Doch die Stadt hat auch eine dunkle Seite, denn in York spukt es. Geisterforscher sprechen sogar von der größten Geisterdichte der Welt. Kein Wunder, dass es in York einen Geisterdetektiv gibt. Und der führt das ganze Jahr hindurch Furchtlose auf einen Geisterspaziergang.  

von Michael Fischer, wissen.de

„Minster“, „Shambles“ und „Snickelways“

York kann auf eine lange, wechselvolle Geschichte zurückblicken. Bereits 71 n. Chr. errichteten römische Legionäre dort ein militärisches Lager, das Kastel Eboracum. Angelsachsen siedelten sich erst im sechsten Jahrhundert an. Nach Einnahme durch dänische Wikinger – die den Ort „Jorvik“ nannten – und Brandschatzung durch Normannen, entwickelte York sich im Mittelalter zum Kirchen-, Wirtschafts-und Handelszentrum. Die noch gut erhaltene und begehbare Stadtmauer wurde im Jahr 1220 unter Henry III. errichtet. Die Stadttore sind heute Zugangs- und Aufenthaltsort zugleich. Im südlichen ist das „Micklegate Bar Museum“ untergebracht, in dem es nicht nur Hochprozentiges zu trinken, sondern auch blutrünstige Zeugnisse der Stadtgeschichte zu entdecken gibt. Aus dem Mittelalter stammt auch die Kathedrale, das „Minster“, das noch heute das Stadtbild prägt. Bekannt ist York aber auch für seine zahlreichen „Snickelways“. Das sind kleine enge Gassen, die die Durchgangsstraßen miteinander verbinden und abseits der großen Wege durch die Stadt führen. Eine Touristenattraktion ist die „Shambles“, eine noch mit Kopfstein gepflasterte Einkaufsstraße mit vielen windschiefen Läden und Boutiquen.

 

 

Geisterspaziergänge 

Am Abend erwacht nicht nur die vielfältige Pub-Szene Yorks zum Leben, sondern – glaubt man dem Yorker „Geisterclub“ – auch die zahlreichen Geister, die ruhelos durch die Stadt ziehen. Ein echter „Geisterdetektiv“ ist ihnen auf die Spur. Darüber hinaus können diejenigen, die sich trauen, an Geisterspaziergängen teilnehmen. Treffpunkt ist meist der „King’s Arms Pub“. Die ältesten Geister sollen übrigens nahezu 2000 Jahre alt sein: die verlorene römische Legion. Seit 1953 sollen sie wieder in York spuken und mit ihren Schwertern und Spießen unterwegs sein. Manchmal sogar hoch zu Ross. Auf den engen Gassen und Straßen treiben darüber hinaus noch weitere historische Gestalten ihr Unwesen, darunter berüchtigte Verbrecher und unglücklich Liebende. Rund 140 Gespenster will die Geisterforschung bisher gezählt haben. Damit gehört York zu der am meisten von Geistern heimgesuchten Stadt der Welt. 

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