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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Irrer:
Ein Irrer ist nicht immer ein Geisteskranker gewesen. Das Wort stammt vom lateinischen
errare
„irren“ und bezeichnete ursprünglich ganz wörtlich und wertneutral eine Person, die sich irrt. Zu den Bedeutungen des althochdeutschen
irri
zählt neben „verirrt“ und „erzürnt“ bereits „verwirrt“. Das Verb
irren
findet sich im Mittelalter oft auch in der Bedeutung von „stören“ oder „hindern“. Heute wird der Begriff
Irrer
ausschließlich negativ im Sinn von Verrückter oder Wahnsinniger verwendet und zwar im Wesentlichen in der Umgangssprache, beispielsweise
wie ein Irrer Auto fahren
.
Früher gebräuchliche Begriffe wie
Irrenhaus
haben heute gleichfalls abwertenden Sinn und werden deswegen häufig durch Ausdrücke ersetzt, die als „politisch korrekt“ gelten:
Nervenheilanstalt, Nervenklinik.

Das Adjektiv
irre
bedeutet allerdings nicht nur verrückt, sondern wird umgangssprachlich auch im positiven Sinn von „toll“, „klasse“ verwendet. Ebenso kann
irrsinnig
zwar heißen, dass jemand verrückt ist, häufig wird es aber als eine Art Steigerungsformel gebraucht. Ein Film zum Beispiel kann
irrsinnig
spannend, gut, schlecht sein, was heißen soll, dass er die genannten Eigenschaften in besonderem Maß (
wahnsinnig
) erfüllt.
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