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Unwort des Jahres 2010: "alternativlos"

Auf den ersten Blick erscheint das Wörtchen, das die Jury unter Leitung des Germanisten Horst Dieter Schlosser zum Unwort des Jahres 2010 erhoben hat, als völlig harmlos: "alternativlos" ist der Ausdruck, der das Rennen gemacht und die Vorschläge "Steuersünder" und "Schwarzsparer" ausgestochen hat. Damit war die Entscheidung alles andere als "alternativlos". Die Gründe für ihre Wahl erläutern die Sprachkritiker jedenfalls wie folgt: "Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe. Behauptungen dieser Art seien 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohten, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken. Beispiele, wie die Formulierung "alternativlos" einen politischen Diskurs im Keim erstickt habe, sind der Jury gleich zuhauf geliefert worden: Angela Merkels Behauptung, die Griechenlandhilfe sei "alternativlos" gewesen, war dabei der meistgenannte Vorschlag. Außerdem verwendeten Politiker die Floskel für die Gesundheitsreform, das Bahnprojekt "Stuttgart 21" oder den Ausbau des Frankfurter Flughafens - und damit deutlich zu inflationär.

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von Susanne Böllert, wissen.de
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