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"Wir sind Grenzen los!"

oder Unser 9. November 1989

Vor 25 Jahren fiel die Mauer und mit ihr auch der "Eiserne Vorhang", der Deutschland zerschnitt. Aus diesem Anlass haben wir Menschen aus der ehemaligen DDR befragt, wie sie den Zeitenwechsel erlebt haben. In dieser Folge stellen wir Ihnen die in Weferlingen geborenen Zwillinge Eva und Maria Kunze vor, die heute in Berlin leben. Beim Fall der Mauer waren sie 34 Jahre alt.

Eva und Maria Kunze, wie haben Sie den 9. November 1989 erlebt?

Eva Kunze: Am 9. November 1989 hatte Maria einen normalen Arbeitstag in der Stadt-Apotheke Köpenick. Aber was hieß in den Tagen damals schon normal? Nach der Arbeit stürzte man nach Hause, um den Fernseher einzuschalten. Ich musste wegen einer fiebrigen Erkältung das Bett hüten. Pünktlich um 19 Uhr sah ich die "heute"-Nachrichten im ZDF mit dem chaotischen Interview von Schabowski. Ich nahm es zur Kenntnis, ohne die Tragweite zu erkennen! Telefonisch konnten Maria und ich uns nicht austauschen - es gab keinen Fernsprecher! Und der Antrag auf ein Telefon lief schon seit einigen Jahren. Ich bin am späten Abend auf den Balkon gegangen und wunderte mich über Böller wie in der Silvesternacht, bin dann aberschlafen gegangen. Neben dem Bett stand mein Radio und da ich schlecht schlafen konnte, schaltete ich den SFB ein. Dort lief eine Live-Reportage von der Bornholmer Brücke, wo sich wohl unbeschreibliche Szenen abspielten. Mit meiner Nachtruhe war es vorbei.

Maria Kunze: Ich habe erst am anderen Morgen vom Fall der Mauer beim morgendlichen Radiohören erfahren. Der 10. November war in der Apotheke ein Spätdiensttag. Dort angekommen, lagen sich die Kolleginnen in den Armen. Am 11. November 1989 haben wir uns dann mit einem Fotoapparat und einer Tafel Schokolade auf den Weg Richtung Westberlin gemacht. Von diesem glücklichen Tag stammt auch das Foto.


War Ihnen klar, dass die Entwicklungen des 9. November der Anfang vom schnellen Ende der DDR sein würde? Und gab im Zuge dessen so etwas wie Zukunftsangst?

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aus der wissen.de-Redaktion
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