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Brot – „Unser täglich Brot“

Wichtige Erfindungen der Menschheit: Brot (5000 v. Chr.)

Irgendwann im fünften Jahrtausend v. Chr. gelangte mit dem Fladen die Frühform des Brotes auf den menschlichen Speiseplan. Die eigentliche Kunst des Brotbackens entwickelten daraus die Babylonier und Ägypter, die bereits den Sauerteig kannten.

 

Gebackener Getreidebrei

Fladenbrot Brot
Fladenbrot Brot
Ursprung allen Brotes ist ein Brei aus zerkleinertem Getreide, Wasser, Milch und Fett, so wie er auch heute noch als Grundnahrungsmittel in vielen Teilen der Welt verbreitet ist. Vermutlich beobachtete einer unserer Vorfahren, dass der Brei in der Sonne getrocknet hart und länger haltbar wird. So lag der Gedanke nicht mehr fern, den Brei in der Asche des Feuers oder auf einem heißen Lehmziegel zu backen. Der Fladen war erfunden. Zum richtigen Brotteig, dem Sauerteig, kam die Menschheit, als man herausfand, dass der Getreidebrei nach einiger Zeit zu gären beginnt und locker wird. Die Ägypter backten ihr Brot zuerst in offenen Pfannen, bevor ab 2000 v. Chr. Backöfen zum Einsatz kamen. Während am Hof der Pharaonen professionelle Bäcker beschäftigt waren, ernährte sich das einfache Volk jedoch weiter von Brei und Fladen.

 

Hartes Brot für arme Leute

Antike Bäckerie, Pompeji, Italien
Ab dem achten Jahrhundert v. Chr. verbreitete sich das Handwerk des Brotbackens allmählich über Griechenland und Rom bis nach Mitteleuropa. Hier verdrängte das Brot erst gut 1500 Jahre später den Fladen. Je niedriger der Stand war, dem man angehörte, desto gröber und härter war auch das Brot. Gebäck aus feinem Weizenmehl blieb lange ein Privileg der Herrschenden. Für die Ärmsten gab es ohnehin nur Grütze aus Hafer, Gerste oder Buchweizen. Seit dem Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 wandelte sich der Deutsche allmählich zum Brotesser - und zwar so gründlich, dass er heute die meisten Brotsorten backt.

 

Zeittafel

312 n. Chr.: In Rom gibt es mehr als 254 selbstständige Bäckereien.

9. Jh. n. Chr.: Karl der Große ordnet an, dass jeder Amtmann in seinem Sprengel auch Bäcker haben soll.

1226: Elisabeth von Thüringen verteilt im »Hungerjahr« Brot an Bedürftige. Sie gilt seitdem als Schutzheilige der Bäcker und Hungernden.

1844: In Berlin wird die erste Großbäckerei gegründet.

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