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Alles Quak!?

Die Redensart "Sei kein Frosch" hat wohl jeder schon einmal gehört, genauso wie das Märchen vom "Froschkönig", das noch immer gern erzählt wird. Was hat es also mit dem Frosch auf sich, der leibhaftig nicht nur im Terrarium, sondern auch auf dem Land noch immer in jedem stehenden Gewässer anzutreffen ist?

von Dr. Kai U. Jürgens

Ein Blick in die Biologie

Kaulquappe eines Froschs: Die Umwandlung setzt ein
RCS Libri & Grandi Opere SpA Milano / Il mondo degli animali
Frösche werden den Froschlurchen und damit den Amphibien zugerechnet, die mit Ausnahme der Antarktis jeden Kontinent dieses Planeten bewohnen. Sie benötigen feuchte Gegenden, da sie als Larven im Wasser leben und erst nach der Metamorphose – einer Gestaltsumwandlung – auf das Land ziehen. Dabei bleiben sie aber stets in der Nähe von Gewässern, wo sie auch ihre Beute fangen. Frösche haben große Augen mit waagerecht stehenden, ovalen Pupillen, eine leicht spitz verlaufende Schnauze und auffällig lange Hinterbeine, die sie zu kräftigen Sprüngen befähigen. Zwischen den Zehen der Hinterfüße wachsen ihnen meistens Schwimmhäute, die ihnen beim Aufenthalt im Wasser von großem Vorteil sind. Klimatisch bevorzugen Frösche gemäßigte bis tropische Zonen; zurzeit sind etwa 260 Arten von ihnen nachgewiesen - Tendenz steigend -, wobei die größte Vielfalt in Südamerika zu finden ist. In Europa unterscheidet man Gras- oder Wasserfrösche von den so genannten Braunfröschen, die sich jeweils in weitere Arten untergliedern. Die Männchen besitzen fast immer Schallblasen, die für die charakteristischen Rufe während der Paarungszeit verantwortlich sind.

 

Pfeilgiftfrosch: giftige Sekrete
shutterstock.com
Eine ungewöhnliche Unterart sind die südamerikanischen Baumsteigerfrösche, die auch Pfeilgiftfrösche genannt werden, da ihre toxischen Substanzen den indianischen Einwohnern zum Präparieren ihrer Waffen dienen. Sie sind nach der Krustenanemone die zweitgiftigste Tierart der Welt. Das Gift wird durch die Haut ausgeschieden und führt durch Muskel- und Atemlähmung zum Tod anderer Lebewesen, wenn es in deren Blutbahn gelangt. Allerdings produzieren die Regenwaldbewohner das Gift nicht selbst, sondern nehmen es durch die Nahrung zu sich, so dass in Gefangenschaft geborene Tiere diese Eigenschaft verlieren. Wegen ihrer auffälligen bunten Körperfärbung, die Fressfeinde abschrecken soll, sind sie bei Terrarienbesitzern sehr beliebt.

 

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