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Carl Hagenbecks Traum vom Freigehege

Tausende von Besuchern drängen am Eröffnungstag am 7. Mai 1907 in den Tierpark, wo in der Dressurhalle Raubtiergruppen vorgeführt werden und der Somali-Häuptling Hersy Egget eine „Völkerschau“ aus verschiedenen afrikanischen Stämmen als Spektakel inszeniert.

Ute Becker, wissen.de

Wie alles begann

Mit fünfzehn Jahren übernahm der 1844 in Hamburg geborene Carl Hagenbeck den Tierhandel seines Vaters. Das Geschäft entwickelte sich hervorragend. Hagenbeck rüstete eigene Tierfangexpeditionen aus, wobei er sich auf Afrika spezialisierte. Die angeheuerten Tierfänger brachten alljährlich vier bis fünf Ladungen neuer Tiere nach Hamburg. Tierdepot und Zoo waren gegen Eintritt zu besichtigen. Als dieses Geschäft nicht mehr so recht florierte, versuchte Hagenbeck es mit Völkerschauen: Lappländer mit Rentieren und Zelten machten den Anfang. Eine Sensation! Die nächste Völkerschau bestand aus Nubiern mit schwarzen Dromedaren und anderen Nutztieren. Das Großstadtpublikum kam in Scharen, um sich die „von keiner Zivilisation verdorbenen Menschen“ anzuschauen. Diese laut Hagenbeck „anthropologisch-zoologischen Veranstaltungen“ hatten einen so großen Erfolg, dass sie auch in London und Paris gezeigt wurden.

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