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Eine Frage des Überlebens – Wasserhygiene einst und heute

Von der „Cloaca maxima“ zur Pest

Wer von Hochkulturen spricht, denkt an Kunst, Wissenschaft oder Politik. Kanalbau scheint keine nennenswerte Leistung. Doch in der Geschichte der Menschheit war die Trennung von Trinkwasser und Fäkalien eine Frage des Überlebens.

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Kaiser Vespasian

Kaiser Vespasian

Diese Tatsache wurde in einigen Regionen der Welt schon früh erkannt, so belegen archäologische Funde, dass die Mesopotamier bereits vor 5000 Jahren Toiletten kannten. Besonders fortschrittlich war das Kanalsystem der Römer: Sie leiteten ihre Abwässer in eine überdachte, steinerne „cloaca maxima“. Kaiser Vespasian führte sogar eine Urinsteuer ein. Allen, die darüber die Nase rümpften, machte er klar: Pecunia non olet - Geld stinkt nicht.

Mit dem römischen Reich brachen aber auch dessen Hygienestandards zusammen: Jahrhunderte lang liefen Abwässer in offenen Rinnen durch die europäischen Städte und vermischten sich mit dem Trinkwasser. So verbreiteten sich Seuchen wie Typhus, Cholera und die Pest.

Die Pest führte zu grotesken Reaktionen, was die allgemeine Sauberkeit betraf: Die Menschen badeten nicht mehr, da sie fürchteten, die Krankheit dringe durch die aufgeweichte Haut in den Körper ein. Wer es sich leisten konnte, wusch sich nur noch mit Parfüm. Man mag sich kaum vorstellen, welcher Gestank an den Königshöfen herrschte, zumal Adelige und Minister bei Konferenzen ihre Notdurft häufig an Ort und Stelle verrichteten.

 

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Monika Wittmann
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