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Energiesparlampe

Dr. Kai U. Jürgens

Der Abschied von der herkömmlichen Glühlampe mag sich hinziehen, doch er ist unumkehrbar: Seit 2011 dürfen nun auch keine 60-Watt-Glühlampen mehr hergestellt und auf den Markt gebracht werden. Doch was sind die Alternativen? Schließlich ist die herkömmliche Energiesparlampe nicht nur durch ihre hohen Anschaffungskosten, sondern auch durch ihren Quecksilberanteil in die Kritik geraten. Eine kleine Übersicht zu Kompaktstofflampe, LED & Halogen.

 

Energiesparlampe: neues Licht für alle Räume

Sie gehört zu den vertrauten Alltagsgegenständen: Die Glühlampe, der es wegen ihrer mangelhaften Energieeffizienz allmählich wie den Sauriern ergeht. Das Problem: Vom abgestrahlten Licht ist nur ein kleiner Wellenlängenbereich von 3 bis 5% für das menschliche Auge sichtbar. Der Rest wird als unsichtbare Infrarotstrahlung und damit als Wärme abgegeben – unter ökonomischen wie ökologischen Aspekten eine wenig zukunftsträchtige Lösung. Im Jahr 2009 wurden daher auf europäischer Ebene neue Anforderungen festgelegt, die eine umweltgerechtere Gestaltung von Leuchtmitteln verlangen.  Wie diese technisch auszusehen hat, bleibt dabei allerdings offen – entsprechend gibt es nun mehrere Systeme am Markt, auf die der potentielle Käufer zugreifen kann. Immerhin: Die Richtlinien für die Energiesparlampe erfüllen sie alle.

 

Die Kompaktleuchtstofflampe auf dem Rückzug

Die bekannteste Methode, Verbrauchsenergie zu sparen, besteht in der Verwendung einer Kompaktleuchtstofflampe – das ist jene, die im Alltag gern als „Energiesparbirne“ bezeichnet wird. Bei ihr erzeugt ein gasförmiger Stoff das Licht. Hier liegt auch schon ein Problem, denn    Kompaktleuchtstofflampen senden ihre Strahlen im für Menschen unsichtbaren UV-Bereich aus. Daher wird ein zweiter Leuchtstoff zur Umwandlung benötigt – aus diesem Grund sind die Energiesparlampen stets matt. Auch enthalten sie Quecksilber, weswegen sie aufwendig entsorgt werden müssen – vorausgesetzt, der Kunde macht sich die Mühe. Ihre Formgebung fällt zudem ebenso gewöhnungsbedürftig aus wie ihr oft als „kalt“ empfundenes Licht. Die Umweltbilanz ist allerdings beachtlich: 80% der Energiekosten lassen sich einsparen. Die hohen Anschaffungspreise lassen sich über die deutlich längere Lebenserwartung gegenüber herkömmlichen Glühlampen wieder kompensieren.

 

Auf dem Sprung nach vorn: Halogen und Leuchtdiode

LED
istockphoto.com/Marco Hegner
An vielen Stellen im Haushalt hat sich bereits die Halogenglühlampe durchgesetzt, vor allem in Form der bekannten kleinen Reflektoren bzw. „Strahler“. Sie kann mit einer höheren Temperatur betrieben werden als die reguläre Glühlampe und spart dadurch 25% der Energie; außerdem ist sie grundsätzlich dimmbar. Die Haltbarkeit anderer energiesparender Leuchtmittel ist allerdings höher. Dies gilt insbesondere für die Leuchtdiode (LED), den Hoffnungsträger der Lichtbranche: 90% Energieeinsparung gegenüber der Glühlampe und bis zu vierfach höhere Lebenserwartung gegenüber der Kompaktleuchtstofflampe klingen vielversprechend. Sie leuchten zudem mit verschiedenen Farben. Doch das System ist noch nicht ganz zu Ende entwickelt – Wärmeempfindlichkeit, schwankende Fertigungsqualitäten und mit der Zeit nachlassende Lichtleistung trüben das Bild, dazu kommen erhöhte Anschaffungskosten. Dennoch, die Leuchtdiode könnte die Energiesparlampe der Zukunft sein – wenn die Verbraucher sie annehmen.

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