Lexikon
China
Vom Löß zum Karst
Den niedrigeren Teil der zweiten Landstufe nimmt im Norden ein mächtiges, äußerst fruchtbares Lößbergland ein, das zum Kernraum Chinas gehört. In den von Bergzügen gegliederten Becken entwickelten sich inmitten terrassierter Bewässerungsfelder frühe Siedlungsschwerpunkte. Der Löß, ein aus den innerasiatischen Wüstengebieten stammender feiner gelber Flugsand, wird seit Hunderttausenden von Jahren hier abgelagert und hat sich zu einer teils über 100 m mächtigen Schicht verfestigt. Durch abfließendes Regenwasser ist die Landoberfläche in viele kleine Schluchten zerteilt.
Ein ganz anderes Bild zeigt sich südlich des Qin Ling. Das bis 3767 m hohe und etwa 1500 km lange Faltengebirge bildet nicht nur die klimatische, sondern auch die kulturelle Grenze zwischen Nord- und Südchina und ist die Wasserscheide zwischen den mächtigen Strömen Huang He und Chang Jiang. Der Chang Jiang durchfließt das Becken von Sichuan, das nach dem weit verbreiteten roten Sandstein auch Rotes Becken genannt wird. Von Bergketten geschützt, ist das dicht besiedelte Becken ein intensiv genutzter Agrarraum, der zudem noch über zahlreiche Bodenschätze verfügt.
Aus Kalkstein besteht das weiter südlich liegende Yunnan-Plateau und das zertalte Hochland von Guizhou mit ihren bizarren Turm- und Kegelkarstlandschaften.
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