Lexikon
Drạma
[
griechisch, „Handlung“
]Dramentheorien – geschlossene und offene Form
Als Theorie der klassischen Dramenform gilt die aristotelische Poetik. Sie bestimmte das europäische Drama des 15.–18. Jahrhunderts und blieb auch für die nachfolgende Dramatik Bezugspunkt. Aristoteles definierte das Prinzip von den drei Einheiten eines dramatischen Werkes: die Einheit (Geschlossenheit) der Handlung, die Einheit (Unveränderbarkeit) des Ortes und die Einheit der Zeit (die Handlung umfasst höchstens 24 Stunden). Auch legte er eine Dreiteilung des Handlungsaufbaus von der Einleitung (Exposition) über den Wendepunkt (Peripetie) bis zur Katastrophe fest. Die Anwendung dieser Prinzipien bestimmen die dramentheoretische Vorstellung von der geschlossenen Form des Dramas. 1863 beschrieb G. Freytag in seinem Dramenmodell die Idealform des klassischen Dramas, das die Entwicklung der Handlung in fünf Stufen (Exposition, Steigerung, Höhepunkt, fallende Handlung und Katastrophe) festlegte. Im Gegensatz dazu gibt es im modernen Drama keinen hierarchischen Aufbau. Die einzelnen Szenen stehen gleichwertig nebeneinander, die Handlung ist nicht mehr kontinuierlich und abgeschlossen, Zeitsprünge und Parallelhandlungen sind möglich. Die vielfältigen Orte besitzen einen symbolischen Charakter. Diese offene Form des Dramas entzieht sich einer allgemeinen verbindlichen Regelhaftigkeit.
- Einleitung
- Herkunft aus der Antike und Entwicklung im Mittelalter
- Das Drama der Neuzeit bis zum 18. Jahrhundert
- Das moderne Drama
- Dramentheorien – geschlossene und offene Form
- Formen der Handlung
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