Lexikon

Drma

[
griechisch, „Handlung“
]

Das Drama der Neuzeit bis zum 18. Jahrhundert

Das 15. und 16. Jahrhundert griff zunächst die antike Tradition wieder auf. Besonders die römischen Komödiendichter Plautus und Terenz wurden von Italien ausgehend wiederentdeckt und durch humanistische Gelehrte übersetzt oder nachgeahmt (L. Bruni, Albrecht von Eyb, N. Frischlin). Im italienischen Renaissancedrama prägten sich diejenigen Strukturelemente aus, die im Weiteren die Form bestimmte: Einteilung in Akte, Trennung der Akte durch Chöre, Zwischenspiele oder musikalische Einlagen, Handlungsaufbau von der Einleitung über den Wendepunkt bis zur Katastrophe, Ständeklausel. Daneben entwickelte sich als Gegenstück zum Hofdrama die volkstümliche Commedia dellArte. An deutschen und niederländischen Humanistenschulen entstand das lateinische Schuldrama (J. Reuchlin). Zunächst nur zum Zweck der rhetorischen Übung gedacht, trat es Mitte des 16. Jahrhunderts nun auch in deutscher Sprache in den Dienst der Reformation (J. Agricola, G. Gnapheus, T. Naogeorgus). Die Ziele der Gegenreformation vertrat das Jesuitendrama. Das Drama des 17. Jahrhunderts war weltanschauliches Theater, das gleichnishaft die Welt- und Heilsordnung darstellte; daneben kamen neue Impulse aus dem Musiktheater, besonders aus der italienischen Oper. Die klassische französische Tragödie (P. Corneille, J. Racine) und Komödie (Molière) wurde zum bestimmenden Muster. Das deutschsprachige Drama des 18. Jahrhunderts folgte einerseits der französischen Regelpoetik (J. C. Gottsched, Weimarer Klassik) und suchte andererseits diese zu überwinden, indem es sich die offenen Formen des elisabethanischen Shakespeare-Theaters zum Vorbild nahm (besonders die Dichter des Sturm und Drang). Vor allem G. E. Lessing trug mit seiner Neudefinition dramaturgischer Grundbegriffe zur Erneuerung der Gattung bei.
  1. Einleitung
  2. Herkunft aus der Antike und Entwicklung im Mittelalter
  3. Das Drama der Neuzeit bis zum 18. Jahrhundert
  4. Das moderne Drama
  5. Dramentheorien geschlossene und offene Form
  6. Formen der Handlung
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