Lexikon

französische Literatur

Romantik

Gegenüber dem aufklärerischen Prinzip des 18. Jahrhunderts setzte sich am Ende der Epoche und im 19. Jahrhundert das Interesse an dem von starken Leidenschaften getriebenen Einzelmenschen durch. Die gesellschaftlichen Schranken wurden als hemmend empfunden, man sah die Kultur sogar als schädlich an (J.-J. Rousseau). Die neue Art, Mensch und Natur zu sehen, prägte die Vorromantik. Gefühl, Begeisterungsfähigkeit und die Auseinandersetzung damit waren ihre Themen (E. P. de Sénancour). Aber der übersteigerte Individualismus führte zugleich zur „Krankheit des Jahrhunderts“ (mal du siècle), dem Weltschmerz (F. R. de Chateaubriand). Der Kampf um das neue Drama wurde bei der Uraufführung von V. Hugos „Hernani“ sogar mit Fäusten ausgetragen. George Sand verkündete das Recht der Frau auf Leidenschaft. Am Ende dieser Epoche suchte man den Gefühlsüberschwang wieder einzudämmen (Stendhal, P. Mérimée). Der Roman sollte nicht mehr das Produkt der Einbildungskraft sein, sondern beobachtete Wirklichkeit bieten (H. de Balzac).
Balzac, Honoré de
Honoré de Balzac
  1. Einleitung
  2. Provençalische Literatur
  3. Renaissance
  4. Klassik
  5. Aufklärung
  6. Romantik
  7. Vom Realismus bis zur Gegenwart

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