Lexikon
französische Literatur
Klassik
Im 17. Jahrhundert und im überwiegenden Teil des 18. Jahrhunderts verband sich die Tradition des Humanismus mit einem Gefühl der nationalen Größe, die mit einer allgemeinen Verfeinerung der Sitten einherging. Die Sprache wurde zu äußerster Klarheit gereinigt (F. de Malherbe); literarische Salons entstanden. Stilkunst und Gefühlsdarstellung verfeinerten sich zu „Galanterie“ und „Preziösentum“; diese Tendenz verspottete Molière in seinen Lustspielen. Die dem zentralistischen Staat entsprechende Einheitlichkeit wurde durch die Gründung der Académie française (1634/35) gefördert. Richelieu als Protektor stellte die Aufgabe, ein verbindliches Wörterbuch, eine Grammatik und Poetik abzufassen. Die Unterordnung aller unmittelbaren Empfindungen unter die Gebote Gottes und des Staates forderte P. Corneille (Trauerspiele); J. B. Racine rückte die Tugend des strengen Maßhaltens in den Vordergrund. In der Nachfolge der psychologischen Zergliederungskunst M.-E. de Montaignes, geübt am Gesellschaftsspiel der Salons, und der Porträtkunst entstanden die Sammlungen der Maximen (F. La Rochefoucauld, J. de La Bruyère).
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