Lexikon
französische Literatur
Klassik
Im 17. Jahrhundert und im überwiegenden Teil des 18. Jahrhunderts verband sich die Tradition des Humanismus mit einem Gefühl der nationalen Größe, die mit einer allgemeinen Verfeinerung der Sitten einherging. Die Sprache wurde zu äußerster Klarheit gereinigt (F. de Malherbe); literarische Salons entstanden. Stilkunst und Gefühlsdarstellung verfeinerten sich zu „Galanterie“ und „Preziösentum“; diese Tendenz verspottete Molière in seinen Lustspielen. Die dem zentralistischen Staat entsprechende Einheitlichkeit wurde durch die Gründung der Académie française (1634/35) gefördert. Richelieu als Protektor stellte die Aufgabe, ein verbindliches Wörterbuch, eine Grammatik und Poetik abzufassen. Die Unterordnung aller unmittelbaren Empfindungen unter die Gebote Gottes und des Staates forderte P. Corneille (Trauerspiele); J. B. Racine rückte die Tugend des strengen Maßhaltens in den Vordergrund. In der Nachfolge der psychologischen Zergliederungskunst M.-E. de Montaignes, geübt am Gesellschaftsspiel der Salons, und der Porträtkunst entstanden die Sammlungen der Maximen (F. La Rochefoucauld, J. de La Bruyère).
Wissenschaft
Wie die Digitalisierung unsere Erinnerung beeinflusst
Tag für Tag dokumentieren wir digital unser Leben: Wir schreiben E-Mails und Chatnachrichten, halten Eindrücke auf Fotos und Videos fest, teilen unsere Gedanken in sozialen Medien und erfassen teilweise sogar unsere Gesundheitsdaten. Wenn wir wissen wollen, was wir heute vor einem Jahr gemacht haben, genügt ein Blick aufs...
Wissenschaft
War das der Klimawandel?
Die Attributionsforschung berechnet den Beitrag des Klimawandels zu aktuellen Extremwetterereignissen. Die Forschung ist populär – und wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert. von IRIS PROFF Im Juli 2021 rückte die Flutkatastrophe im Ahrtal das Klima schlagartig ins öffentliche Bewusstsein. Bilder von verwüsteten Dörfern gingen...