Lexikon
friesische Literatur
Literatur des von den Friesen bewohnten Raums entlang der Nordseeküste von den Niederlanden bis nach Schleswig; entsprechend der Verbreitung der friesischen Sprachen wird auch die Literatur in eine westfriesische, ostfriesische und die nordfriesische unterteilt. Vor 1800 unterscheidet die Sprach- und Literaturgeschichte eine alt- und eine mittelfriesische Epoche, nach 1800 beginnt das Neufriesische.
Die altfriesische Literatur ist vor allem durch Rechtstexte des Spätmittelalters sowie nach 1500 durch Gelegenheitsdichtungen wie Lieder, Hochzeitsgedichte oder Almanachverse bezeugt. Die mittelfriesische Literatur (1550–1800) besitzt in G. Japiks (* 1603, † 1666), der lyrische, didaktische und religiöse Gedichte verfasste, einen herausragenden Repräsentanten. Darüber hinaus hat das 17. und 18. Jahrhundert nur wenige Dichter hervorgebracht, die ihre Werke in friesischer Sprache abfassten. Erst im Zeitalter der Romantik kam es zu einer Wiederbelebung der friesischen Sprache und Literatur (u. a. durch Publikation von Wörterbüchern, Textsammlungen, Literaturgeschichten). Diese wurde durch die Brüder J. (* 1789, † 1869) und E. Halbertsma (* 1797, † 1858) vorangetrieben, die damit ihre eigene Sprache und Kultur zu dokumentieren suchten (Sammlung „Rimen en Teltjes“ 1871). Im Laufe des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der friesischen Schriftsteller zu (W. Dijkstra, T. Geerts van der Meulen, H.G. van der Veen), die u. a. das friesische Theater wiederbelebten. Die Sylter Komödie „Di Gidtshals of di Söl’ring Pid’ersdei“ (1809) von J. P. Hansen (* 1767, † 1855) gilt als eines der ersten Schriftdokumente des wiederauflebenden Friesischen
Ab 1915 versuchte die sog. jungfriesische Bewegung, vertreten u. a. durch D. Kalma (* 1896, † 1953) und S. Kloosterman (* 1876, † 1938), der friesischen Literatur neue Impulse zu geben und sie mit der internationalen Literatur zu verbinden. So ist die westfriesische Literatur, die auch in eigenen Periodika Verbreitung findet, im 20. Jahrhundert durch ihr breites Spektrum gekennzeichnet. Wichtige Vertreter sind der Lyriker O. Postma (* 1868, † 1963), der Romancier und Novellist R. Brolsma (* 1882, † 1953), der Romanautor und Essayist A. Wadman (* 1919, † 1997) und der Erzähler R. van der Velde (* 1932).
Wissenschaft
Freie Wissenschaft bringt mehr Innovationen hervor
Je freier die Wissenschaft, desto höher ist die Innovationskraft einer Gesellschaft. Das zeigt eine Studie, die für 157 Länder der Welt ausgewertet hat, inwieweit sich der Grad akademischer Freiheit auf die Anzahl der Patentanmeldungen und -zitierungen aus dem jeweiligen Land auswirkt. Demnach haben seit dem Jahr 1900 zwar...
Wissenschaft
Der natürliche Treibhauseffekt erklärt
Wie der Treibhauseffekt wirklich funktioniert – und warum einfache Erklärungen diesem weltverändernden Phänomen nicht gerecht werden. Von SABINE HOSSENFELDER Wie funktioniert der Treibhauseffekt? Eigentlich scheint es, als ließe sich diese Frage sehr schnell beantworten: In der Atmosphäre befinden sich Treibhausgase wie...
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Artikel aus dem Kalender
Weitere Artikel aus der Wissensbibliothek
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch
Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Eine Linse aus Löchern
Mehr Klarheit beim Klima
Verstopft
Besser als ihr Ruf
Wasserstoff wie Erdgas fördern
»Wir stehen am Anfang von etwas Großem«