Lexikon
Italien
Bevölkerung
Die vielfältigen sozialen und kulturellen Einflüsse, denen sich Italien im Lauf der Geschichte ausgesetzt sah, haben unter einer einheitlichen nationalen „Oberfläche“ noch zahlreiche regionale Besonderheiten und Unterschiede belassen. Italienisch ist zwar offizielle Staatssprache, doch haben sich mehr als 1000 Dialekte erhalten. Amtssprachen für anerkannte nationale Minderheiten sind Französisch im Aostatal, Deutsch in Südtirol und Slowenisch in Friaul-Julisch-Venetien.
Verglichen mit anderen südeuropäischen Ländern ist Italien verhältnismäßig dicht besiedelt. Am stärksten konzentriert sich die Bevölkerung im wirtschaftlich hoch entwickelten Norden und dort besonders im Raum Mailand, Turin und Genua; Rom, Mailand und Neapel haben über eine Million Einwohner. Der Verstädterungsprozess infolge der starken Abwanderung aus dem Süden und aus den ländlichen Regionen in die Wirtschaftszentren ist zu einem gewissen Abschluss gekommen. Andererseits sehen illegale Immigranten, vor allem aus Afrika und Südosteuropa, in Italien ihre Zukunft. In den 1990er Jahren wurden immer wieder „Flüchtlingsschiffe“ aus Albanien aufgebracht, heute sind es vor allem Schiffe aus Afrika.
Da die Geburtenrate zu den niedrigsten Europas zählt und sich Zu- und Abwanderung nach bzw. aus Italien etwa die Waage halten, tendiert das Bevölkerungswachstum heute gegen Null. Aufgrund dieser Entwicklung und der hohen durchschnittlichen Lebenserwartung von 80 Jahren nimmt der Anteil der über 60-Jährigen an der Bevölkerung stetig zu, so dass Italien nach Japan mittlerweile der „zweitälteste“ Staat der Welt ist.
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