Lexikon
Italien
Der Weg zur staatlichen Einigung
Der Machtkampf um Italien zwischen Frankreich, Spanien und den deutschen Habsburgern endete im 16. Jahrhundert mit der Niederlage der Franzosen. Mit der Teilung des Habsburgerreiches 1555/56 fielen Mailand mit Neapel-Sizilien u. Sardinien an die spanische Linie.
Im 18. Jahrhundert konnte Piemont-Savoyen Montferrat und Sardinien, Österreich Mantua, die Lombardei und die Toskana gewinnen. Neapel und Sizilien wurden ab 1735 von spanischen Bourbonen beherrscht.
Die Französische Revolution zerstörte die im Aachener Frieden 1748 geschaffene Ordnung der italienischen Staatenwelt. 1802 entstand die Italienische Republik. Nach seiner Erhebung zum Kaiser ließ sich Napoleon I. 1805 zum König von Italien krönen. Piemont, Toskana, Genua und Rom wurden mit Frankreich vereinigt. Nur in Sizilien und Sardinien konnten sich die bisherigen Dynastien behaupten.
Der Wiener Kongress stellte die alte Ordnung weitgehend wieder her: Venetien und die Lombardei fielen an Österreich; habsburgische Nebenlinien kamen in Toskana und Mòdena auf den Thron. Die Bourbonen kehrten nach Neapel und Parma-Piacenza zurück, der Kirchenstaat wurde erneuert. Sardinien, um Genua vergrößert, blieb als einziger Staat unter einer nationalen Dynastie bestehen.
Als Reaktion auf die österreichische Fremdherrschaft entstand eine Einheits- u. Freiheitsbewegung, das Risorgimento. Ein von Giuseppe Mazzini und Giuseppe Garibaldi geführter Erhebungsversuch 1848/49 scheiterte infolge innerer Uneinigkeit. 1859 verlor Österreich die Lombardei an Sardinien-Piemont. Camillo Benso di Cavour gelang es, die Staaten Mittelitaliens, die Romagna und das Königreich beider Sizilien mit Hilfe Garibaldis zum Anschluss an Sardinien zu gewinnen. 1861 entstand das neue Königreich Italien 1866 gewann es Venetien, 1870 Rom, das nunmehr Hauptstadt wurde.
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