Lexikon
italienische Musik
Musik genoss bereits in der italienischen Antike u. a. bei den Etruskern eine zentrale Stellung. Davon zeugen Wandgemälde in etruskischen Grabkammern, die auch den Einfluss der griechischen Kultur belegen. Nicht minder bedeutend war Musik bei den Römern; römische Musik.
Die erste eigene Musikschöpfung Italiens war der gregorianische Choral, der die katholische Kirche des Mittelalters in ganz Europa prägte und die Grundlage aller späteren nationalen Musikarten wurde. Für dessen Fixierung führte um 1000 Guido von Arezzo die Neumen ein, aus denen sich die spätere Notenschrift entwickelte. Mehrstimmige Musik in Organum-Technik ist für den kirchlichen Bereich schon im 10. Jahrhundert belegt (Mailand). Einen ersten Höhepunkt hatte die italienische Musik im Trecento (14. Jahrhundert): Francesco Landini. entwickelten in Madrigal, Ballata (Tanzlied) und Caccia (Kanonart) die neue vielstimmige Vokalmusik, die sehr schnell besonders nach Bologna (Jacopo da Bologna), Padua und Brescia übergriff.
Auch im Zeitalter der Romantik behielt die italienische Oper Weltgeltung und beherrschten Namen wie Gioacchino Rossini, Vincenzo Bellini, Gaetano Donizetti und G. Gaspare Spontini das Repertoire. In Giuseppe Verdi entstand der italienischen Musik schließlich das größte dramatische Genie. Um ihn gruppierten sich, in Abkehr vom Musikdrama Richard Wagners, u. a. Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo, die mit ihren Opern den musikalischen Verismus begründeten, der auch für die Bühnenwerke von Umberto Giordano und Francesco Cilèa charakteristisch ist. Veristische Elemente spielen hingegen nur am Rande eine Rolle bei dem letzten großen italienischen Opernkomponisten Giacomo Puccini. Abseits jeglicher Stile und Schulen steht das Gesamwerke von Ferruccio Busoni mit seiner antiromantischen, als „Junge Klassizität“ bezeichneten Tonsprache.
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