Lexikon
italienische Musik
Barock
Um 1600 begannen mit der Entstehung der Oper ganz neue Impulse die italienische Musik zu beleben. Noch im Zusammenhang mit den Bestrebungen der Renaissance versuchte in Florenz ein Kreis von Gelehrten, Dichtern und Musikern (Camerata) durch die Erneuerung der antiken Tragödie einen neuen musikalischen Stil. Es entstand der Sologesang mit einer einfachen harmonischen Begleitung (Lodovico Viadana, Giulio Caccini, Jacopo Peri), woraus sich wenig später die ersten Opern wie Monteverdis „Orfeo“ entwickelten. Mit der Berufung dieses Meisters wurde Venedig der Mittelpunkt der neuen Kunstrichtung und mit den Nachfolgern Francesco Cavalli und Antonio Cesti wurde die venezianische Oper Ausgangspunkt einer neuen Epoche der abendländischen Musik.
Der neue Barockstil wirkte sich auch gattungsübergreifend aus. Die Motette entwickelte sich zur Kantate (Alessandro Stradella) und Kantatenmesse (Alessandro Scarlatti); als Gegenstück zur Oper entstand das Oratorium (Giacomo Carissimi), die Kammerkantate löste das Madrigal ab. Ebenso stark äußerten sich die neuen Impulse in der Monodie (Einstimmigkeit), in der virtuosen Orgel- (Girolamo Frescobaldi) und in der Instrumentalmusik. Insbesondere Concerto grosso und Solokonzert (denen Antonio Stradivari, die Familie Amati und Giuseppe Guarneri die neuen Instrumente schufen) wurden die adäquaten Formen des barocken Musizierens, für die u. a. Giuseppe Tartini, Pietro Locatelli, Giuseppe Torelli, Antonio Vivaldi, Arcangelo Corelli, Giovanni Battista Sammartini und später Niccolò Paganini instrumentale Meisterwerke schufen. Ähnlich prägend für die Geschichte der Tasteninstrumente war Domenico Scarlatti mit seinem bedeutenden Cembalowerk.
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