Lexikon
Meine ungeheuerlichen Verbrechen
Meine ungeheuerlichen Verbrechen
Aus dem Schlusswort des Hauptangeklagten Nicolai I. Bucharin im 3. Moskauer Schauprozess 1938:
Ich habe ungefähr drei Monate geleugnet. Dann begann ich Aussagen zu machen. Warum? Die Ursache lag darin, dass ich im Gefängnis meine ganze Vergangenheit umgewertet habe. Denn, wenn man sich fragt: Wenn du stirbst, wofür stirbst du?; - dann ergibt sich plötzlich mit erschütternder Deutlichkeit eine absolut schwarze Leere. Es gibt nichts, wofür man sterben müsste, wenn man sterben wollte, ohne bereut zu haben. Und umgekehrt nimmt all das Positive, das in der Sowjetunion leuchtet, nimmt all dies im Bewusstsein des Menschen andere Ausmaße an. Dies hat mich letzten Endes endgültig entwaffnet ...
Ich lehne die Anklage des Anschlags auf das Leben Wladimir Iljitschs [Lenins] ab, aber meine konterrevolutionären Komplicen und ich an ihrer Spitze versuchten, das Werk Lenins, das von Stalin mit gigantischem Erfolg fortgesetzt wird, zu zerschlagen... Die Logik dieses Kampfes hat uns in den schwärzesten Sumpf hinabgestoßen...
Ich kann a priori annehmen, dass sowohl Trotzki wie auch meine anderen Verbündeten im Verbrechen... versuchen werden, uns, namentlich und besonders mich, zu verteidigen. Ich lehne diese Verteidigung ab, denn ich beuge meine Knie vor dem Lande, vor der Partei, vor dem ganzen Volk. Die Ungeheuerlichkeit meiner Verbrechen ist grenzenlos, besonders in der neuen Etappe des Kampfes der UdSSR.
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