Lexikon

Renaissance

[rənɛˈsãs; die; französisch, Wiedergeburt]
italienisch Rinascimento

Die Spätrenaissance

Um 1520 sah sich Europa mit schweren Umwälzungen und Krisen konfrontiert (Reformation, Bauernkriege, Sacco di Roma). Dies dürfte ebenso zum Bruch mit den Idealen der Hochrenaissance beigetragen haben wie der Tod Leonardos und Raffaels sowie Michelangelos Spätwerk, das durch die heftig bewegte Gesamtkomposition ebenso auf den Barock vorausweist wie die dramatische Expressivität der Figuren (Fresko des Jüngsten Gerichts 15341541). Charakteristisch für die Malerei der Spätrenaissance sind überlängte und starken Körperdrehungen unterworfene Figuren, die nun häufig in unklarer räumlicher Beziehung zum Hintergrund stehen (G. Romano, Parmigianino, J. Pontormo). Ferner prägen gesuchte Helldunkelkontraste und emailartig leuchtende Gewänder das Kolorit, dessen Gestaltung besonders in der venezianischen Malerei (Tizian, J. Tintoretto) zum zentralen Thema wurde. Zu einer Leitform der Skulptur wurde die spiralförmig aufgebaute Einzelfigur oder Figurengruppe (Giambologna). In der Architektur wurde das klassische Formenrepertoire der Hochrenaissance um 1520 durch Michelangelo (Florenz, Biblioteca Laurenziana), G. Romano (Mantua, Palazzo Tè) und B. Peruzzi (Rom, Palazzo Massimo alle Colonne) aufgelöst und in den Manierismus überführt.
  1. Einleitung
  2. Die Entdeckung des Irdischen
  3. Bildende Kunst
    1. Die Frührenaissance
    2. Die Hochrenaissance
    3. Die Spätrenaissance
  4. Literatur
  5. Musik
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