Lexikon

Renaissance

[rənɛˈsãs; die; französisch, Wiedergeburt]
italienisch Rinascimento

Die Frührenaissance

Die Frührenaissance blieb bis ins dritte Viertel des 15. Jahrhunderts ein weitestgehend auf Florenz und dessen unmittelbare Umgebung beschränktes Stilphänomen. In ihrem neuen Naturalismus und ihrem Rückgriff auf die Antike wurde sie zum Ausgangspunkt der eigentlichen Renaissance, deren Gestaltungsprinzipien sich erstmals in der Skulptur artikulierten (J. della Quercia, F. Brunelleschi, L. Ghiberti). Wesentlich bestimmt wurde die rasche Entwicklung der Frührenaissanceskulptur durch Donatello, die dann in allansichtigen, zur freien Aufstellung bestimmten Figuren gipfelte (David, um 1445). Weitere bedeutende Aufgaben der Skulptur waren die Porträtbüste und das Wandgrabmal (Michelozzo, D. da Settignano). In der Malerei wurden erstmals von Masaccio die von F. Brunelleschi entdeckten Gesetze der Zentralperspektive angewandt und von P. della Francesca erweitert. Die Bilder orientierten sich zunehmend am Natur- oder Architekturvorbild und zeigten plastisch aufgefasste, individualisierte Figuren (Giotto, Fra Angelico, P. A. del Castagno, P. Uccello und Fra Filippo Lippi). In der Architektur leitete F. Brunelleschi die Renaissance ein. Seine florentinischen Bauten (Findelhaus, 1419; Domkuppel, Basiliken San Lorenzo und Santo Spirito) zeigen an die antike Architektur angelehnte Proportionen und Einzelformen, die in ein völlig neues, universell anwendbares architektonisches System eingefügt wurden. Dem neuen Formenrepertoire folgten auch G. da Sangallo und B. Rossellino. Die theoretische Basis der Renaissancearchitektur schuf L. B. Alberti in seinem 1452 publizierten Traktat „De re aedificatoria“.
  1. Einleitung
  2. Die Entdeckung des Irdischen
  3. Bildende Kunst
    1. Die Frührenaissance
    2. Die Hochrenaissance
    3. Die Spätrenaissance
  4. Literatur
  5. Musik
Humanoide Echse in Anzug mit Aktentasche, steht auf grauem Hintergrund, Text:
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