Lexikon

Rote Khmer

Khmer Rouge
besonders im Westen gebrauchte Bezeichnung für die kommunistischen Guerillaverbände in Kambodscha, die aus der Kommunistischen Partei Kampucheas hervorgingen. Die Roten Khmer bekämpften das Lon-Nol-Regime und eroberten 1975 ganz Kambodscha. Sie waren die eigentlichen Verantwortlichen für die Massenmorde am eigenen Volk unter der Diktatur Pol Pots. Der Einmarsch vietnamesischer Truppen beendete 1979 das Terrorregime der Roten Khmer, die mit anderen Gruppierungen die von Vietnam gestützte Regierung in Phnom Penh bekämpften. Nach dem Ende des kambodschanischen Bürgerkriegs verweigerten die Roten Khmer die in einem Friedensplan vorgesehene Entwaffnung und gingen wieder zum Guerillakrieg über. 1994 verbot die Regierung die Roten Khmer, ohne dass die militärischen Auseinandersetzungen beendet wurden. 1996 spalteten sich rivalisierende Gruppen von der Organisation ab, die in einem Schauprozess 1997 Pol Pot zu lebenslanger Haft verurteilte. 1998 starb Pol Pot und Ende des selben Jahres ergab sich das letzte Aufgebot der Roten Khmer den kambodschanischen Regierungstruppen. Im Februar 2009 wurde mit der Verhandlung gegen Kaing Guek Eav der erste Prozess gegen ein Mitglied der Roten Khmer eröffnet.
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