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LEXIKON

Sozilpolitik

Gesamtheit aller Grundsätze und Maßnahmen des Staates und größerer Verbände im Rahmen der bestehenden Sozialordnung mit dem Zweck, das Verhältnis der Klassen und Stände zueinander und zum Staat zu beeinflussen, vor allem auftretende Gegensätze durch wirtschaftlich-sozialen Ausgleich zu mildern.
Infolge der schnellen Industrialisierung mit ihren Gegensätzen zwischen Unternehmern und Arbeitern beschränkte sich die Sozialpolitik bis ins 20. Jahrhundert auf Schutzmaßnahmen. Die deutsche Sozialpolitik setzte 1818 in Preußen gegen die Missstände der Kinderarbeit ein (1839 Kinderschutzgesetz). Bismarcks sozialpolitisches Bemühen galt der Sozialversicherung. 1891 wurde das Arbeiterschutzgesetz erlassen, 1903 das Kinderschutzgesetz. Die Regelung der Arbeitszeit und Löhne stand bis 1932 im Mittelpunkt der Sozialpolitik (Achtstundentag 1918, Ausbildung des Tarifvertragsrechts 1918, Garantie der Koalitionsfreiheit 1919, Einführung der Betriebsräte 1920, Regelung des öffentlichen Arbeitsnachweises 1922, Arbeitslosenversicherung und Arbeitsämter 1927).
Nach 1945 wurden in der Bundesrepublik Deutschland die Gewerkschaften, später auch die Arbeitgeberverbände und die Betriebsräte neu errichtet. Ein wirtschaftliches Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrecht ist durch das Mitbestimmungsgesetz „Eisen und Kohle“ vom 21. 5. 1951 und das Betriebsverfassungsgesetz vom 15. 1. 1972 verwirklicht. 1957 erfolgte eine Neuregelung der sozialen Rentenversicherung. Das Rentenreformgesetz 1972 erweiterte den Rahmen der Rentenversicherung. Das Rentenreformgesetz 1992 hat die vorzeitigen Altersgrenzen stufenweise wieder aufgehoben und die Lebensarbeitszeit verlängert. Die Rentenreform 2000 stellte neben die gesetzliche die Eigenvorsorge. Weitere sozialpolitische Erörterungen gelten der sozialen Gleichstellung der Menschen in den neuen Bundesländern mit denen aus den alten Bundesländern sowie der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Sozialversicherung.
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