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"Squadra Azzurra" stürmt zum verdienten Titel

Im Endspiel gegen die Auswahl des DFB erspielte sich Italien bei der XII. Fußball-Weltmeisterschaft erstmals nach 44 Jahren wieder den Titel. Der Auftritt der deutschen Nationalmannschaft war mit Skandalen gepflastert.

Durch ein "Engelsgesicht" in den Fußballhimmel aufgestiegen

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"Blaue Nacht im Bernabeu-Stadion: Vor 90.000 Zuschauern, davon ein Drittel begeisterte Italiener, schlug Italien das deutsche Team in Madrid verdient mit 3:1. Es war der Triumph spieltechnischen Könnens gegen kampfbetontes, aber ideenloses Anrennen.

Nach nervösem Beginn und einer torlosen ersten Halbzeit führte ein Zusammenspiel zwischen Rossi und Gentile zum 1:0 für Italien. Das Spiel löste sich dadurch endlich aus seiner Verkrampfung und nahm an Tempo zu. Tardelli erhöhte nach einem Rückpass von Rossi in der 69. Minute auf 2:0.

Der Elf von Bundestrainer Jupp Derwall mangelte es an Kraft und Spielintelligenz, um noch eine Wende herbeizuführen. Altobelli machte stattdessen neun Minuten vor Schluss das 3:0. Der Anschlusstreffer nach Paul Breitners Weitschuss zwei Minuten später war nicht mehr als Ergebniskosmetik.

Italiens Trainer Enzo Bearzot, der "Schweiger von Friaul", sog still an seiner Pfeife und genoss den Triumph seiner Starrköpfigkeit. Kritisiert und verhöhnt von den italienischen Medien, kam Italien ohne Vorrundensieg nur aufgrund des besseren Torverhältnisses in die Finalrunde. Dennoch hielt Bearzot unbeirrt an seinen Stars von Juventus Turin, vor allem an Stürmer Paolo Rossi, fest. In der schweren Finalrunde C kam es schließlich zur Leistungsexplosion. Zuerst besiegten die Italiener den amtierenden Weltmeister Argentinien (2:1), dann düpierten sie den WM-Favoriten Brasilien (3:2). Im Spiel gegen das Star-Ensemble vom Zuckerhut schoss Rossi alle drei Tore. Jetzt forderte niemand mehr den Kopf von Enzo Bearzot.

Im Halbfinale gegen Polen (2:0) war Rossi, der die ganze Mannschaft mitriss, erneut alleiniger Torschütze. Mit insgesamt sechs Toren wurde das "Engelsgesicht" WM-Torschützenkönig.

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