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Woran erkennt man ein gutes italienisches Restaurant?

Beim Italiener

In kaum einem anderen Land wird das Speisen so zelebriert wie in Italien. So stiefmütterlich das Frühstück erledigt wird – ein Espresso oder ein Cappuccino im Stehen, dazu vielleicht ein süßes Teilchen –, so sehr werden die anderen Mahlzeiten ausgekostet: Schon mittags ist das mehrgängige Menü ein absolutes Muss, da darf die Pause auch mal ein bisschen länger dauern. Doch woran erkannt man ein gutes Restaurant, wenn man in Rom, Mailand oder Florenz unterwegs ist?

Woran erkennt man einen guten Italiener?

Italienische Gerichte sind bei den Deutschen nach wie vor sehr beliebt.

 
Ein Land voll kulinarischer Kultur
Italiener zelebrieren das Essen, davon könnten wir uns durchaus etwas abgucken. Ein typisches Abendessen („cena“) im Restaurant beginnt stets mit einer Vorspeise („antipasto“), gefolgt vom Hauptgang („primo piatto“), in der Regel ein Nudel- oder Reisgericht. Dann folgt ein zweiter Hauptgang („secondo piatto“), bei dem Fleisch oder Fisch mit Gemüse oder Salat gereicht wird. Gekrönt wird das Ganze mit einem Dessert („dolce“), und zum Schluss wird ein Espresso (meist einfach „caffè“ genannt) geordert, manchmal auch ein Grappa. Für alle Gerichte gilt: Auch wenn die Zubereitung manchmal schlicht sein mag, die Zutaten müssen immer von hoher Qualität sein, sonst bleibt das Restaurant schnell leer. Oder es kommen nur noch Touristen, die es nicht besser wissen.
 
Einfache Ausstattung, einfache Gerichte
Was viele erstaunen mag: Ein Indiz für eine Pizzeria oder Trattoria ist ein eher schlichtes bis karges Ambiente, nicht wie in Deutschland, wo mit möglichst viel Einrichtungsbrimborium „original italienische“ Atmosphäre vorgegaukelt werden soll. Wichtig ist auch die Frage des Standorts, oftmals (aber nicht immer!) verbergen sich die guten Restaurants in Nebenstraßen – und füllen sich selten vor 21 Uhr. Schon bei den Antipasti werden Sie merken, ob die Wahl des Restaurants eine gute war: Weder zu süß noch zu sauer dürfen sie sein – wenn der luftgetrocknete Aufschnitt oder die diversen Gemüsesorten ihren wunderbaren Eigengeschmack im Gaumen verbreiten, befindet man sich in einem Restaurant mit guter Küche. Ein weiteres Indiz hierfür kann man entdecken, wenn man insalata caprese bestellt: An diese Vorspeise gehört nichts anderes als Salz und Olivenöl – wird dazu Balsamico-Essig und Pfeffer gereicht, ist das kein gutes Zeichen, denn diese Zutaten übertünchen den feinen Geschmack des Mozzarellas zu sehr. Solcherlei Geschmacksfeinheiten kann man natürlich auch zu Hause einmal testen: Wer sich dazu typisch Italienische Lebensmittel in die heimische Küche holen möchte, kann heutzutage bei einem Online-Anbieter wie Andronaco ganz schnell fündig werden.
 
Nudeln mit Fisch stets ohne Parmesan
Italienische Spezialitäten verlieren oftmals ihren landestypischen Charakter, wenn sie in anderen Ländern dargereicht werden, und auch die Darreichung selbst würde in Bella Italia so nicht stattfinden. So ist es ein Warnzeichen, wenn Sie Pasta mit Fisch bestellen und der Kellner Ihnen dazu Parmesan reicht: Das geht in Italien gar nicht! Und bei der Pizza gilt: Belege wie Ananas, Mais oder gar Erbsen sind ungefähr so typisch italienisch wie Schweinshaxe mit Sauerkraut. Auch sollte der Belag darauf nicht im Fett ertrinken, und der Teigboden ist in Italien immer dünn und knusprig – und nichts anderes. Und, hätten Sie es gewusst? In Italien wird zu einer Pizza stets Bier oder Wasser getrunken – niemals Wein. Und, wenn Sie sich als Kenner der italienischen Lebensart zeigen wollen: Bestellen Sie nach dem Essen auf keinen Fall einen Cappuccino, der gilt aufgrund der Milch als Mahlzeit!
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