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Der Umweltingenieur

Ökologie ist eines der wohl wichtigsten Themen der heutigen Zeit und in vielen Bereichen des Lebens wird immer verstärkter auf die Umwelt und Nachhaltigkeit geachtet. Dementsprechend überrascht es nicht, dass in den letzten Jahren viele weitere moderne Berufsfelder entstanden sind, die sich genau in diesen Bereichen niedergelassen haben.
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Auch der Umweltingenieur gehört zu diesen sogenannten „grünen“ Berufen, wobei er primär für folgende Arbeitsgebiete und -aufgaben angedacht ist:
 
  • Wasserversorgung und Entsorgung von Abwasser, Abluft oder sonstigem Abfall
  • Analyse von Risiken für Umwelt und Gesellschaft
  • Nachhaltige Bewirtschaftung aller nutzbaren Ressourcen
  • Sanierung von belasteten Böden und Gewässern
  • Lärmschutz
 
Das Studium
Erstmals wurde das Studium des Umweltingenieurswesens in Cottbus an der TU angeboten und stand bereits im Jahr 1991 für Studenten zur Auswahl. Vermittelt wurden dabei sowohl naturwissenschaftliche als auch ökologische und ökonomische Grundsätze, die durch eine zusätzliche Ausbildung im Umweltmanagement ergänzt wurden. Mittlerweile wurde das Lehrprogramm durch die Bologna-Prozesse allerdings auf die Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt.
 
Das Bachelor Grundstudium
Im Grundstudium beschäftigt sich der Lehrplan mit der Vermittlung von ingenieur- und naturwissenschaftlichen Grundlagen, wobei gerade Fächer wie Mathematik, Physik oder Chemie dominieren. Aber auch speziellere Kurse wie etwa die Wärme- und Stoffübertragung und Geologie gehören zu den grundlegenden Arbeitsfeldern. Im Laufe der Semester wird sich der Fokus dann immer weiter in Richtung spezifischerer Lerninhalte verschieben, sodass beispielsweise Verfahrens- und Messtechniken, Umweltbewertung oder ein nachhaltiger Energieeinsatz hinzukommen. Gerade die höheren Semester bieten dabei die Möglichkeit, sich anhand verschiedener Wahlpflichtkurse nach eigenen Wünschen zu spezialisieren und bestimmten Lerninhalten den Vorzug zu geben, andererseits stellen die Pflichtveranstaltungen aber auch einen nicht unerheblichen Anteil dar.
 
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Normalerweise schließt das Bachelorstudium mit einem Praxissemester ab, hier macht auch das Ingenieurswesen keine Ausnahme. Das Praktikum findet dabei in einem Betrieb, einer Behörde oder einem Ingenieursbüro statt, darauf folgt schließlich die Abschlussarbeit, in der erste Erfahrungen direkt verarbeitet werden können.
 
  • Studieninteressierte sollten sich darüber im Klaren sein, dass die verschiedenen Universitäten und Hochschulen bei ihren Studiengängen jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzen und das Studium dementsprechend variabel ist. Aus diesem Grund lässt sich keine genaue Auflistung aller Module vornehmen, wenngleich einige grundlegende Kurse durchaus genannt werden können. Folgende Auswahl steht bei besonders vielen Bachelor Studiengängen des Umweltingenieurswesens auf dem Lehrplan:
 
Elektrotechnische GrundlagenRegenerative Energiesysteme
StrömungslehreKonstruktion / CAD
HydraulikEnergie- und Anlagentechnik
Solares BauenLandnutzungsplanung
VerkehrsplanungHydrologie
EnergiewandlerSiedlungswasserwirtschaft
 
Das Studium des Umweltingenieurswesens erfordert allerdings einige Qualifikationen und Fähigkeiten, die die Studierenden im Idealfall mitbringen sollten. Neben dem Abitur oder der Fachhochschulreife sind gute Abiturnoten mit NC gefragt, ggf. macht sich auch ein Vorpraktikum sehr gut, um einen der begehrten Plätze zu bekommen. Darüber hinaus ist außerdem eine Reihe persönlicher Eigenschaften sinnvoll, die angehende Umweltingenieure unbedingt mitbringen sollten (wenngleich diese lediglich eine Empfehlung und keine Voraussetzung sind). Darunter fallen unter anderem analytische Fähigkeiten, Kreativität und interdisziplinäres Denken, Teamfähigkeit sowie das eigenständige Arbeiten. Auch sollte die Bereitschaft gegeben sein, mitunter in einem internationalen Umfeld zu arbeiten. Teilweise ist es übrigens möglich, auch ohne Hochschulreife ein Studium wahrzunehmen – dafür müssen die Interessenten stattdessen jedoch eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrjährige praktische Erfahrung vorlegen können. Wie ein solches Studium im Detail aufgebaut ist, zeigen die jeweiligen Universitäten wie beispielsweise die TU Cottbus auf ihren Informationsseiten jedoch am besten.
 
Aufbauend darauf bietet sich allen Absolventen das Masterstudium des Umweltingenieurswesens an, welches die erworbenen Kenntnisse nochmals vertieft und die akademische Laufbahn weiterführt. Der Fokus des Masters ist dabei eher auf die Forschung ausgerichtet und ermöglicht Absolventen daher vor allem eine Karriere in der Wissenschaft und Forschung, aber auch in der Führung und Beratung von Unternehmen. Mit einer Regelstudienzeit von 3 bis 4 Semestern ist der Master verhältnismäßig schnell gemacht, wobei die ersten Semester für das Lehrangebot angedacht sind und im letzten Abschnitt die Masterthesis folgt. Einige beliebte Schwerpunkte sind unter anderem Energie- und Umweltmanagement, Umwelt und Verkehr, nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien oder Erdbebeningenieurwesen.
 
Jobs für Umweltingenieure
Nach dem erfolgreichen Abschluss als Umweltingenieur bieten sich zahlreiche Branchen und Jobchancen, die beispielsweise in der Industrie, in öffentlichen Behörden oder auch Umweltschutzorganisationen zu finden sind. Besonders beliebt sind dabei folgende Berufsfelder:
 
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  • Abfallwirtschaft
    Der Konsum und die daraus resultierende Produktion von Müll sind typische Probleme der Neuzeit, die in Zukunft immer wichtiger werden. Denn ohne die ordnungsgemäße Entsorgung von Müll leidet letztendlich die Umwelt, was früher oder später auf den Menschen selbst zurückfällt. Eine wichtige Rolle spielen daher Bereiche wie Recycling und Wiederverwertung, wobei Umweltingenieure vor allem für neue innovative Lösungen eingespannt werden. Dafür finden sie mitunter Berufe bei Behörden oder Werkstoffhöfen und Abfallwirtschaftsbetrieben.
 
  • Erneuerbare Energien
    Auch erneuerbare Energien wie Biogas, Biothermie oder Solarenergie sind heutzutage unentbehrlich und werden auch in Deutschland immer relevanter. Die Berufsaussichten diesbezüglich sind daher sehr vielversprechend, wobei vor allem die Entwicklung, Planung und der Bau entsprechender Anlagen im Fokus stehen. Andererseits sind Umweltingenieure aber auch in der Beratung gefragt, weshalb auch der öffentliche Dienst und verschiedenste Umweltschutzeinrichtungen eine Option wären.
 
  • Umweltwissenschaft
    Als Umweltwissenschaftler steht dem Umweltingenieur ein sehr komplexes Berufsfeld bereit, bei dem nicht weniger als die bestmöglichen Lebensbedingungen von Mensch, Tier und Pflanze gefragt sind. Es gilt also widersprüchliche und sehr unterschiedliche Interessen gleichermaßen miteinzubeziehen, damit beispielsweise Emissionen reduziert, Lärm gemindert oder neue zukunftsträchtige Technologien entwickelt werden können. Auch hier gestaltet sich das Berufsfeld also entsprechend vielseitig, sei es bei einem Job in Planungs- und Beratungsstellen, in staatlichen Behörden oder aber in der Industrie.
 
  • Viele weitere Spezialisierungen
    Tatsächlich haben Umweltingenieure aber noch viele weitere Möglichkeiten, um beruflich unterzukommen. Dazu gehören zum Beispiel das Energiemanagement oder die Wassertechnik, aber auch das Marketing und der Verkauf nachhaltiger Produkte, Projektleitungen oder Managementaufgaben sind denkbar.
 
Laut des deutschen Arbeitsamtes gelten Umweltingenieure wie auch Ingenieure ganz allgemein als sogenannte „grüne“ Jobs und sind damit begehrt wie nie. Demnach drehten sich beispielsweise nahezu alle Stellenanzeigen im Bereich Umweltschutz um den Einsatz von Ingenieuren, zudem sind außerdem viele etablierte und große Unternehmen auf entsprechende Spezialisten angewiesen, wie auch ein Blick auf Jobbörsen wie Stepstone zeigt. Darüber hinaus sind Umweltprobleme global zu betrachten, sodass auch ein Job in aufstrebenden Schwellenländern eine Alternative wäre. Grundsätzlich ist das Interesse an den Absolventen also zweifellos vorhanden und verspricht unterschiedlichste Karrieremöglichkeiten.

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