wissen.de Artikel

Earth Day 2015

Heute geht es um unseren Heimatplaneten. Denn jedes Jahr am 22. April feiert die Menschheit den Earth Day. Im Rahmen dieser weltweiten Kampagne veranstalten Umweltorganisationen zahlreiche Mitmachaktionen und rufen dazu auf, sich für den Schutz unserer Umwelt und damit unserer Erde zu engagieren. Eine Fotoaktion im Internet lädt ebenfalls zum Mitmachen ein.
RPA

Die Idee wurde in den späten 1960ern in der amerikanischen Studentenbewegung geboren. Mit einem Aktionstag sollte auf Umweltprobleme aufmerksam gemacht werden. Gleichzeitig sollte dem Washingtoner Establishment und der Öffentlichkeit demonstriert werden, dass es in Nordamerika eine Umweltbewegung gab und die Natur über eine starke Lobby verfügte. 1970 beteiligten sich 20 Millionen Menschen an den Aktionen des ersten Earth Day. Heute, an seinem 45. Jahrestag, wird er in über 190 Ländern begangen, und über eine Milliarde Menschen nehmen teil.

NASA Fotoaktion #NoPlaceLikeHome

Emoji zur NASA-Fotoaktion #NoPlaceLikeHome

NASA

Auch die US-Raumfahrtbehörde NASA wird heute ihren Blick ganz auf unseren eigenen Planeten richten. Sie veröffentlicht zum Earth Day Ansichten der Erde, Satellitenbilder, Aufnahmen von Höhenforschungsflugzeugen, Fotos von Wissenschaftlern bei der Arbeit. Doch das ist nicht alles. Unter #NoPlaceLikeHome ruft die NASA dazu auf, Eure Lieblingsorte zu fotografieren oder zu filmen, und sie unter diesem Hashtag auf sozialen Netzwerken wie Twitter, Vine, Instagram oder Facebook zu posten.

“Das kann der lokale Park sein, euer liebster Urlaubsort, oder der Gipfel des Mount Everest” ist auf der Webseite der Aktion zu lesen. “Unsere Frage ist: Was ist euer liebster Platz auf der Erde?” Achtet darauf, den Hashtag #NoPlaceLikeHome zu benutzen, wo auch immer ihr postet. Oder ladet euch auf der NASA-Seite das #NoPlaceLikeHome Emoji herunter und benutzt es am Earth Day als euer Profilfoto. Die besten Beiträge wird NASA in den nächsten Tagen zu einem Video zusammenstellen, und auf ihrer Seite veröffentlichen.

Selbst Stellung beziehen

Das internationale Earth Day Network hat dieses Jahr unter das Motto 'It's Our Turn To Lead' gestellt. Die Veranstalter rufen alle Menschen auf, sich aktiv mit den Themen des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung auseinanderzusetzen. “Am Earth Day muss jeder Stellung beziehen, damit wir zusammen die Welt in eine neue Richtung lenken können. Wir müssen unseren Politikern ein Beispiel geben, dem sie folgen können” so der Aufruf. “Wenn wir unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen wollen, müssen wir selbst beginnen zu handeln.”

Anstatt auf Politiker zu vertrauen sollen die Bürger selbst kleinere Events zum Earth Day planen und durchführen. Mit den Veranstaltungen von Einzelpersonen oder kleineren Gruppen in vielen verschiedenen Regionen der Welt sollen Politiker auf die Probleme der Umwelt aufmerksam gemacht und zum Handeln gebracht werden.

Nie wieder Müll

In Deutschland ist das Motto des diesjährigen Earth Day “Cradle to Cradle: Nie wieder Müll. Heute Abfall, morgen Nährstoff”. “Cradle to Cradle” kann ins Deutsche mit “Von der Wiege zur Wiege” übersetzt werden, als Gegenprinzip zu “Von der Wiege ins Grab”. Im Kern von Cradle to Cradle – kurz C2C - steckt die Idee, von Anfang an in kompletten Produktkreisläufen zu denken und auf diese Art erst gar keinen Müll im herkömmlichen Sinn entstehen zu lassen. Produkte werden so hergestellt, dass von Beginn an ihr Ende mitgedacht wird. Alles verwendete Material wird nach Gebrauch weiterverwendet oder ohne schädliche Rückstände kompostiert.

Das Vorbild des C2C- Ansatzes ist die Natur: “Abfall“ ist hier nie unbrauchbarer Müll, sondern immer Nahrung in einem ewigen Kreislauf. C2C überträgt dieses Prinzip auf Produkte: Sie sollen so gestaltet werden, dass nicht nur die erste Bestimmung erfüllt wird, sondern bereits bei der Entwicklung die Möglichkeiten der weiteren Verwendung der “Nährstoffe” bzw. Rohstoffe miteinbezogen werden.

Nährstoff statt Abfall

Bei dem C2C- Prinzip werden ein biologischer und ein technischer Kreislauf als zwei jeweils in sich geschlossene Prinzipien definiert. Die Ressourcen für Produkte - seien es Autos, Möbel oder Häuser – werden den beiden Kreisläufen entnommen und nach der Nutzung wieder an den jeweiligen Kreislauf zurückgegeben. Das Video der Cradle to Cradle e.V. erklärt wie es funktioniert.

Dem biologischen Kreislauf entnommene Bestandteile, die organischen Stoffe, landen auf dem Kompost. Produkte aus organischem Material können T-Shirts, Kosmetik oder Verpackungen sein, die kompostierbar sind. Beim technischen Kreislauf werden Gebrauchsgüter, die nach ihrer Nutzung noch intakt sind, durch einfache chemische oder mechanische Prozesse so behandelt, dass man ihre “technischen Nährstoffe” zurückgewinnt.

Die Initiative soll dazu beitragen, dass die Dinge, die wir tagtäglich benutzen, so beschaffen sein müssen, dass sie nie zu Müll werden. Man stellt Produkte her, die nicht krank machen, entwickelt Wohnen mit Lebensqualität anstatt langweilige, fantasielose Baugebiete. "So zeigen wir, was einen positiven Fußabdruck ausmacht!" erklärt Earth Day Präsident Thomas Dannenmann. "Zeigt uns öffentlich Eure Ideen. Demonstriert, wie es funktionieren kann. Wir wollen im Jahr 2015 die besten Ideen prämieren."

Weiterführende Links:

Deutsche Earth Day Webseite

Earth Day Network – It's Our Turn To Lead

NASA Fotoaktion

Weitere Videos aus dem Bereich Video

Weitere Artikel auf wissen.de Artikel

Weitere Artikel aus dem Wahrig Synonymwörterbuch

Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Das könnte Sie auch interessieren