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Isle of Man: Insel der eigenen Gesetze

Eigensinnig, klein und ein bisschen skurril: Auf der Isle of Man zwischen Großbritannien und Irland ist alles ein wenig anders. Königin Elisabeth II. ist zwar Staatsoberhaupt zum Vereinigten Königreich gehört das Eiland von der doppelten Größe Dortmunds allerdings nicht. Die Insel hat eigene Gesetze und verlangt ihren Bewohnern nur niedrige Steuern ab. Wer über die “Fairy Bridge nahe der Hauptstadt Douglas geht, grüßt nach altem keltischen Brauch die Feen, um kein Unglück auf sich zu ziehen. Die antiquierte Dampfeisenbahn an der Ostküste bringt es gerade einmal auf 40 km/h und stellt keine Gefahr für die Inselkatzen dar, die keine Schwänze haben. Ach ja, und das berüchtigste Motorradrennen der Welt findet hier statt: die Tourist Trophy. Seinen Rang als Motorrad-Mekka unterstreicht die Isle of Man vollends durch die jährliche Austragung des Manx Grand Prix, der dieses Jahr am 17. August beginnt.

Idyll in der Irischen See

ENTSTANDEN AUS DEN TIEFEN DES OZEANS: DIE ISLE OF MAN (DIGITAL COLL./IPTC)

Die Legende erzählt, dass der irische Krieger Finn Mc Cool während eines Streits mit seinem schottischen Rivalen einen großen Klumpen von Irland nach Schottland schleuderte. Das Stück Land verfehlte sein Ziel und landete mitten in der Irischen See: die Isle of Man war geboren.

Ob die Isle of Man bei dem Streit der beiden kriegerischen Riesen entstanden ist, sei dahingestellt. Fakt ist, dass sie geografisch zu den Britischen Inseln gehört und in Millionen von Jahren durch Schlamm und Sand entstand, die aus den Tiefen des Ozeans an die Oberfläche der Irischen See kamen und sich dort verhärteten. Sanfte Hügel, steile Klippen, Dünen, Täler und heidekrautgesäumte Ebenen prägen heute die abwechslungsreiche und idyllisch anmutende Landschaft der Isle of Man.

Ein Paradies für Wanderer

Rund 76.000 Einwohner, genannt Manx, zählt die 572 qkm große Insel mit ihren mittelalterlichen Burgen, der alten Dampfeisenbahn, den viktorianischen Gebäuden und der abwechslungsreichen, unberührten Natur heute. Zu den Manx gesellen sich noch über 170.000 Schafe. Die Hauptstadt Douglas (knapp 24.000 Einwohner) liegt in einer Bucht und gilt als geschäftiges Zentrum der Insel. Vor der Südwestküste befindet sich die kleine Insel Calf of Man, ein Natur- und Vogelschutzgebiet, das zahlreichen seltenen Vogelarten und Robben als Lebensraum dient.

Außerhalb der Städte erwartet den Besucher eine grüne, fruchtbare Landschaft, in der man bestens Entspannen und vor allem Wandern kann. Im Norden ist das Gebiet überwiegend flach; hier ziehen sich Flüsse und Bäche durch die Landschaft. Im Landesinneren wechseln sich Hügel und Täler mit Heide- und Marschland ab. Die Landschaft erinnert mit ihren Mauern aus unbehauenen Steinen an schottische oder irische Idylle und beweist, dass die Isle of Man gar nicht so fern von den größeren Nachbarinseln ist. Auf markierten Wegen kann der Wanderer die Insel erkunden. Zur Stärkung sollten Besucher einheimische Spezialitäten wie Muscheln, geräucherte Heringe, selbstgebrautes Bier und die verschiedenen Whiskey-Sorten nicht auslassen.

Der einzige Berg der Insel ist der 620 m hohe Snaefell, der bei klarem Wetter einen Blick bis nach Großbritannien und Irland bietet. Ebenfalls einladend ist die 160 km lange Küste mit ihren Klippen, Dünen und zahlreichen Buchten. Sandstrände locken im Sommer badefreudige Urlauber an. Auf der Insel herrscht ein ausgeglichenes Klima. Der Golfstrom sorgt vor allem an den Küsten für wärmere Luft. Mai und Juni gelten als trockenste Monate, Juli und August sind am wärmsten.

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