Lexikon
Ạsien
[ assyrisch açu, Sonnenaufgang]
Bevölkerung
In Asien leben rund 4,0 Mrd. Menschen und damit über 3/5 der Erdbevölkerung. Die Bevölkerung ist ausgesprochen ungleich verteilt. Den fast menschenleeren Räumen im Norden Sibiriens, in den zentralasiatischen Hochgebirgen und den Wüsten und Halbwüsten der Arabischen Halbinsel und des Iran stehen vor allem im Süden und Osten des Kontinents äußerst dicht besiedelte Gebiete gegenüber. Die bis heute anhaltende Landflucht hat vor allem einige Küstenstädte zu riesigen Ballungsräumen mit mehreren Millionen Einwohnern anschwellen lassen (z. B. Shanghai, Kolkata, Mumbai, Jakarta). Die Wachstumsraten einiger asiatischer Länder (z. B. Saudi-Arabien, Oman) sind infolge hoher Geburtenraten bei abnehmenden Sterberaten besonders groß. Das zahlenmäßig stärkste Volk Asiens und der Erde überhaupt sind die Chinesen, die mehr als 1/5 der Menschheit ausmachen, dicht gefolgt von den Indern.
Zahlreiche frühmenschliche Knochenreste sind auf asiatischem Boden gefunden worden, so der Pithecanthropus auf Java und der Sinanthropus in China. Der weite, dünn besiedelte Norden ist das Gebiet der Jäger- und Fischervölker, die heute stark mit russischen Kolonisten durchsetzt sind. In den Stromtiefländern des Ostens bildete sich das Volk der Chinesen heraus, sog die benachbarten Stämme allmählich auf und legte den Keim zur Entstehung der koreanischen und der japanischen Kultur. Auch nach Süden strahlte die chinesische Kultur aus und traf in Hinterindien auf den indischen Kultureinfluss (Khmer, Cham), der bis nach Indonesien hinein zu finden ist (Java, Bali), dem Siedlungsgebiet der Malaien. Indien ist ein Land mit alter Schriftkultur (Induskultur), in dem mehrere Bevölkerungsschichten einander abgelöst und verdrängt haben. Die in Südostasien lebenden so genannten Negritos wurden durch die Gruppe der Dravidavölker abgelöst (Südindien), die wiederum durch die von Nordwesten einwandernden Indoeuropäer (Hindu) verdrängt wurden, die das heutige Gesicht Indiens bestimmen. Das Völkerbild Westasiens weist eine Gruppe indoeuropäischer Völker (Perser u. a.) neben den Semiten (Araber) auf. Innerasien, das Gebiet der Turk- und Mongolenstämme, ist eine Völkerwiege, aus der in mehreren Wellen Stämme nach China, Indien, Kleinasien und bis nach Europa vordrangen.
Den alten Kulturzentren in Mesopotamien, Indien, Ostasien entstammen auch die drei großen Religionsgruppen; in Vorderasien: Christentum, Judentum, Islam (bis nach Innerasien und Indonesien ausgebreitet); in Indien: Hinduismus und der bis weit nach Ost- und Nordasien verbreitete Buddhismus; in China und Japan: Konfuzianismus, Daoismus und Shintoismus.
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