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LEXIKON

Buße

Religion
Abkehr von sittlich-religiösen Verfehlungen, um eine Störung des Verhältnisses zur Gottheit oder zu übernatürlichen Mächten zu überwinden. In der Welt der Religionen äußert sich Buße in mannigfachen Formen: Waschungen, Fasten, Opfer, deren Ziel die Wiedergutmachung von Schuld ist. Im Christentum ist Buße die durch Christus bewirkte Gesamthaltung der Umkehr, in der sich der sündige Mensch vor Gott als schuldig bekennt, sich im Glauben ihm zukehrt und von der Sünde abwendet. Diese Haltung muss nach katholischer Lehre in den tätigen Willen zur Besserung und in die Genugtuung münden, die sich in Bußwerken wie Gebet, Fasten, Almosen (oft vereinfacht mit Buße gleichgesetzt) äußern kann. Die personale Buße wird durch das Bußsakrament, das aus Gewissenserforschung, Reue, Sündenbekenntnis (Beichte), Absolution und Genugtuung besteht, sakramental vollendet. Ansatzpunkt des evangelischen Verständnisses ist die Anschauung, dass die Wandlung des Menschen ausschließlich Gottes Werk ist, das an keiner Stelle von menschlicher Leistung begleitet werden kann. Buße ist darum nicht ein einzelner Akt, sondern die tägliche Hinwendung zu Gottes Vergebung in Reue und Glauben; aus diesem folgen christliche Taten als Frucht der Buße.
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