Lexikon
Hondụras
Militärherrschaft und Demokratisierung
Nach einem Militärputsch 1963 bestimmte General Osvaldo López Arellano (Staatschef 1963–1971 und 1972–1975) den politischen Kurs. Spannungen mit El Salvador führten 1969 zum sog. Fußballkrieg. Die Phase der Militärherrschaft endete mit dem Inkrafttreten der neuen Verfassung von 1982, das Land kehrte allmählich zu demokratischen Verhältnissen zurück. Von Honduras aus operierten in den 1980er Jahren nicaraguanische „Contras“ mit US-amerikanischer Unterstützung gegen die im südlichen Nachbarland regierenden Sandinisten. Ein Urteil des Internationalen Gerichtshofes legte 1992 den seit 1969 bestehenden Grenzkonflikt mit El Salvador bei. Liberale und Nationale Partei stellten nach dem Ende der Militärherrschaft die Präsidenten des Landes. Die Präsidentschaftswahlen 2005 gewann Manuel Zelaya Rosales (PL). Nach seinem Amtsantritt im folgenden Jahr wurde die lange Jahre umstrittene Grenze mit El Salvador endgültig markiert. Mit dem Beitritt zur von Venezulea dominierten Wirtschaftsgemeinschaft Alternativa Bolivariana para los pueblos de Nuestra América (Alba) vollzog Honduras 2008 eine Abkehr von der strikten Ausrichtung der Außenpolitik auf die USA.
Im Juni 2009 wurde der Präsident abgesetzt und vom Militär außer Landes gebracht. Parlamentspräsident Roberto Micheletti übernahm interimistisch das Amt des Staatsoberhauptes. Die USA und die OAS forderten daraufhin die Wiedereinsetzung Zelayas. Dieser kehrte im September 2009 überraschend nach Honduras zurück und nahm Zuflucht in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa. Im November 2009 fanden umstrittene Präsidentschaftswahlen statt, die von Porfirio Lobo (Nationale Partei) gewonnen wurden. Die Nationale Partei konnte auch die gleichzeitigen Wahlen zum Parlament mit deutlicher Mehrheit für sich entscheiden.
- Einleitung
- Natur und Klima
- Bevölkerung
- Staat und Politik
- Wirtschaft und Verkehr
- Geschichte
- Die Entwicklung bis zum 2. Weltkrieg
- Militärherrschaft und Demokratisierung
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