Lexikon
Norwegen
Norwegens Weg in Europa seit 1945
Nach Kriegsende kehrte das Land zur parlamentarischen Demokratie zurück und gab mit dem Beitritt zur NATO 1949 seine Neutralität auf. Von 1945 bis 1965 (mit einer kurzen Unterbrechung 1963) regierte die sozialdemokratische Arbeiterpartei (DnA), die den Sozialstaat ausbaute. 1952 gründete Norwegen zusammen mit seinen skandinavischen Nachbarn den Nordischen Rat. Olaf V. folgte 1957 Haakon VII. auf dem Thron. Zu einem umstrittenen Thema der Innenpolitik wurde die Europapolitik. 1960 gehörte Norwegen zu den Gründungsmitgliedern der EFTA. Seit 1965 regierte das bürgerliche Lager. Die bürgerliche Regierung zerbrach 1971 an der Frage des norwegischen EG-Beitritts, den die Bevölkerung in einem Referendum 1972 ablehnte. 1971–1981, 1986–1989 und 1990–1996 stellten die Sozialdemokraten den Ministerpräsidenten. 1991 starb König Olaf V. Harald V. wurde neues Staatsoberhaupt. 1994 sprach sich die Bevölkerung in einem Referendum gegen einen Beitritt Norwegens zur Europäischen Union aus. Hintergrund der Ablehnung war neben der Fischereipolitik vor allem die Furcht vor dem Verlust nationaler Identität und sozialer Errungenschaften.
Bei den Parlamentswahlen 1997 musste die DnA Stimmeinbußen hinnehmen. Kjell Magne Bondevik, Vorsitzender der Christlichen Volkspartei, wurde neuer Ministerpräsident an der Spitze einer liberal-konservativen Minderheitsregierung. Sein Kabinett scheiterte 2000 an einem Misstrauensvotum und Bondevik musste sein Amt dem Sozialdemokraten Jens Stoltenberg überlassen (2000/01). Die Parlamentswahlen 2001 brachten wiederum Bondevik an die Spitze einer Minderheitsregierung der rechten Mitte. Auseinandersetzungen über die Verteilung der hohen Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung sowie Fragen der sozialen Gerechtigkeit bestimmten die Innenpolitik. Nach den Parlamentswahlen 2005 konnte erstmals seit 20 Jahren wieder eine Mehrheitsregierung gebildet werden. An der Spitze eines Mehrparteienkabinetts wurde erneut Jens Stoltenberg Ministerpräsident. Seine Regierung konnte sich bei den Wahlen 2009 behaupten. Am 22. 7. 2011 kamen bei terroristischen Anschlägen auf ein Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei sowie auf das Osloer Regierungsviertel 77 Menschen ums Leben. Zu den Anschlägen bekannte sich mit Anders Behring Breivik (*1979) ein Einzeltäter, der u. a. Antiislamismus als Motiv für die Terrorakte angab.
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