Lexikon

Simbạbwe

Das unabhängige Simbabwe

1980 ging die Macht schließlich auf die Schwarzafrikaner über, und das Land wurde als Simbabwe unabhängig. Das Amt des Premierministers übernahm Robert Mugabe.
Durch Verfassungsänderungen wurde 1987 das Präsidialsystem eingeführt. Mugabe regierte als Staatspräsident und zunehmend autokratisch. Das Regime tolerierte seit 2000 illegale Besetzungen weißen Farmlandes sowie Ausschreitungen gegen Oppositionelle und stürzte Simbabwe in eine schwere innere Krise. Mugabe, der zuletzt 2002 in umstrittenen Wahlen im Amt bestätigt wurde, sah sich zunehmend international isoliert. 2003 erfolgte der Austritt aus dem Commonwealth. Bei den Parlamentswahlen 2005, die nicht demokratischen Standards entsprachen, gewann die Präsidentenpartei ZANU-PF eine Zweidrittelmehrheit.
Eine Hyperinflation und eine durch den Zusammenbruch der Agrarwirtschaft prekär gewordene Versorgungslage lösten in der Folgezeit eine Massenemigration der Bevölkerung aus. Die Sicherheitskräfte unterdrückten massiv die von Morgan Tsvangirai geführte Oppositionsbewegung gegen Mugabe. Neben zahlreichen Staaten und den Vereinten Nationen verurteilte auch die Europäische Union die andauernde Unterdrückung demokratischer Rechte. Nach einer Verfassungsänderung 2007 wurden die eigentlich erst für 2010 geplanten Parlamentswahlen gemeinsam mit den Präsidentschaftswahlen 2008 durchgeführt. Die ZANU-PF verlor dabei ihre Mehrheit im Parlament an die MDC. Die Bekanntgabe des Ergebnisses der Präsidentschaftswahlen zögerte das Mugabe-Regime hinaus, gleichzeitig verübten die Sicherheitskräfte zahlreiche Gewaltakte an Oppositionspolitikern. Schließlich gab die Wahlkommission bekannt, dass Oppositionsführer Tsvangirai im ersten Wahlgang zwar die meisten Stimmen gewonnen, die nötige absolute Mehrheit aber verfehlt habe. Für den 27. 6. 2008 wurde daher eine Stichwahl für das Präsidentenamt angesetzt. Wegen der vom Regime intensivierten Terrorkampagne zog Tsvangirai am 22. 6. 2008 seine Kandidatur für die Stichwahl zurück, um seine Anhänger vor der staatlichen Gewalt zu schützen. Trotz in- und ausländischer Kritik ließ Mugabe die Wahl durchführen und erhielt nach offiziellen Angaben rd. 85,5% der Stimmen. Am 29. 6. 2008 wurde er erneut als Präsident vereidigt.
Nach schwierigen Verhandlungen unter südafrikanischer Vermittlung unterzeichneten Regierung und Opposition am 15. 9. 2008 eine Vereinbarung über eine Machtteilung. Nach monatelangem Streit über die Aufteilung der Ministerposten zwischen ZANU-PF und MDC wurde Tsvangira schließlich 2009 Premierminister. In der Zwischenzeit hatte sich die wirtschaftliche Krise durch eine landesweite Choleraepidemie erheblich verschärft.
  1. Einleitung
  2. Natur und Klima
  3. Bevölkerung
  4. Staat und Politik
  5. Wirtschaft und Verkehr
  6. Geschichte
    1. Frühe Großreiche und Kolonialzeit
    2. Das unabhängige Simbabwe
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