Lexikon

Taufe

weit verbreiteter religiöser Reinigungs- und Einweihungsritus. In den christlichen Kirchen erstes der Sakramente, durch das der Mensch in die christliche Gemeinschaft aufgenommen und mit Christus verbunden wird, daher heilsnotwendig; wird nach dem Evangelium nach Matthäus 28,19 im Namen des Dreieinigen Gottes durch dreimaliges Begießen (lateinisch infusio) oder Besprengen (lateinisch aspersio) des Kopfes mit Wasser (das nach katholischer Auffassung geweiht sein muss) gespendet, bei einzelnen Gruppen (z. B. Baptisten) auch durch Untertauchen des Täuflings (lateinisch immersio). Nach katholischem Verständnis bewirkt die Taufe ein unauslöschliches Merkmal der Zugehörigkeit zu Christus, die Kindschaft (Gnade) Gottes, Vergebung aller der Taufe vorausgegangenen Sünden, besonders der Erbsünde, und den Erlass aller Sündenstrafen. Nach evangelischer Lehre ist Taufe die persönliche Zueignung des durch Christus erworbenen Heils, d. h. der Sünden vergebenden Gnade Gottes, deren schon das Kind bedarf. Taufe ist Wiedergeburt zu einem neuen, gottgefälligen Sein. In der evangelischen Theologie ist die Berechtigung der Kindertaufe umstritten. Nach evangelischer Auffassung gehört zur Taufe Glaube, im Fall der Kindertaufe erfolgt die glaubende Zustimmung stellvertretend durch Eltern und Paten. Im Allgemeinen wird die Taufe nur von Geistlichen gespendet, sie kann aber im Notfall (Todesgefahr) von jedem Christen vollzogen werden; dann als Nottaufe bezeichnet. Die Gültigkeit der Taufe ist nicht an eine bestimmte Glaubensrichtung gebunden; sie braucht auch bei Konversion nicht wiederholt zu werden, im Gegensatz zu den Wiedertäufern (Mennoniten), die die Taufe grundsätzlich im Erwachsenenalter wiederholen bzw. erst spenden.
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