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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Latein
Die Wendung mit seinem Latein am Ende sein bedeutet heute noch „nicht mehr weiterwissen“, und sie bezieht sich (wie das gleichbedeutende frz. en être au bout de son latin) auf die Zeit, als Latein die Sprache der Gelehrten und mit der Bildung Beauftragten war. In der Wendung bedeutet Latein so viel wie „Wissen(schaft)“ im Allgemeinen. Der Ausdruck Küchenlatein „schlechtes Latein“ wird damit erklärt, dass Humanisten auf diese Weise das in den Küchen von Klöstern gesprochene Latein herabsetzten. Als Jägerlatein galt zunächst die (teils undurchschaubare) Fachsprache der Jäger, bevor sich die Bedeutung „Erzählungen von angeblichen Jagderlebnissen“ dazugesellte und die alte Bedeutung ablöste. In der sich vom Mittelalter bewusst absetzenden Renaissance wurden deutsche Namen gern latinisiert oder gräzisiert: so hängte man ihnen entweder eine lateinische Nachsilbe an (aus Berg wurde Bergius), oder man übersetzte sie: Bäcker zu Pistorius, Bauer zu Agricola, Greif zu Gryphius, Groß zu Magnus, Krämer zu Mercator oder Schneider zu Sartorius. Bekannte Gräzisierungen, vom Deutschen ins Griechische übertragene Namen, sind Melanchthon, für deutsch Schwartzerdt, und Neander für Neumann.
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