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Wie erkenne ich Corona-Schwachsinn?

Stammt das Coronavirus aus dem Labor? Schützt Wassertrinken gegen die Ansteckung? Und hilft Homöopathie bei Covid-19? Wer diese oder ähnliche Meldungen zu Corona und Co schon mal gehört oder gelesen hat, der ist schon mitten drin im Thema Fake-News rund um die Pandemie. Denn momentan haben Falschmeldungen und Verschwörungstheorien Hochkonjunktur. Aber wie kann man sich davor schützen? Und wie erkenne ich eine Fake-News?

Symbolbild zu Coronavirus-Fakenews
Aktuell trübt das Verlangen nach schnellen Lösungen und effektivem Schutz der eigenen Gesundheit oft das Urteilsvermögen.

Noch nie war der Informationsbedarf so groß wie inmitten der Corona-Krise. Es geht um Krisenberichterstattung, politische Entscheidungen und Maßnahmen, aber auch um medizinische Aufklärung, neue Erkenntnisse zu SARS-CoV-2 und Covid-19 sowie um Ratschläge zur persönlichen Sicherheit. Aber welche Informationen sind verlässlich? Und welche sind nur halb wahr oder sogar schlicht falsch?

Keine Resistenz gegen Fake-News

„Aktuell trübt das große - und auch nachvollziehbare - Verlangen der Menschen nach schnellen Lösungen der Krise oder effektiven Mitteln zum persönlichen Schutz der eigenen Gesundheit das eigene Urteilsvermögen”, erklärt Fabrice Schmidt, Gründer der Stiftung DigitalAge. „Niemand ist davon ausgenommen. Es gibt keine Resistenzen gegen Fake-News."

Bei einer so neuen, für die meisten Menschen nie erlebten Lage ist die Unsicherheit groß – das gilt selbst für Experten. Denn auch Virologen und Epidemiologen haben in den letzten Wochen immer wieder Neues über das Virus und seine Folgen lernen müssen. Wie so oft in der Wissenschaft mussten sie nicht selten anfänglich geäußerte Erkenntnisse wieder revidieren.

Um so wichtiger ist es, genau hinzuschauen - von wem eine Meldung kommt, auf welcher Plattform man sich bewegt und ob die Inhalte wirklich plausibel klingen. Das gilt insbesondere für Meldungen in sozialen Medien. "Wenn JEDER eine Meldung – bevor er sie teilt – kurz auf wenige grundlegende Merkmale untersucht, kann die virale Verbreitung von Falschmeldungen eingedämmt werden", sagt Schmidt. "Im Prinzip müssen wir hier ähnliche Mechanismen anwenden wie gegen das Coronavirus selbst."

Erst prüfen, dann teilen

Aber wie kann man erkennen, welche Informationen aus seriöser Quelle stammen und welche nicht? Wie erkennt man, welche Ratschläge fachlich untermauert sind und welche falsch oder sogar kontraproduktiv? Im Prinzip sind es vor allem vier Dinge, die man beachten sollte: Absender und genannte Quellen prüfen, Meldung genau ansehen, kritisch hinterfragen und vor allem Fragen stellen.

"Es ist längst nicht alles wahr, was im Internet oder im WhatsApp-Kettenbrief steht. Auch wenn die Nachricht vom besten Freund kam", sagt Marcus Fink, Geschäftsführer des Kreisjugendrings München-Land. "Deswegen gilt im Umgang mit Nachrichten: Immer erst checken, dann sharen!" Neben dem Prüfen von Absender und Quelle gelte es aber auch immer zumindest gedanklich kurz das Internet zu verlassen und sich die Frage zu stellen: Wie schätze ich die Aussage in der analogen Welt ein?

So erkenne ich Fake-News

Bei der Frage, wie seriös eine Meldung ist, hilft es, sich an einem kurzen Fragenkatalog zu orientieren: Wenn Sie mehr als drei der folgenden Fragen mit Ja beantworten können, handelt es sich mit großer Sicherheit um eine unseriöse Nachrichtenmeldung. Nehmen Sie Abstand davon, diese zu teilen.

  • Wenn es sich um einen geteilten Inhalt auf Social Media handelt: Ist die Quelle der Meldung nicht verlinkt oder genannt?
  • Fehlt in der Quelle, von der der Beitrag ursprünglich stammt, das Impressum oder ist es unvollständig? 
  • Wenn Sie keine Quelle finden, machen Sie den Kurzcheck auf Google: Gibt es auf bekannten Medien keinen Newsbeitrag mit gleicher oder ähnlicher Headline?
  • Suchen Sie nach dem Namen des Verfassers. Gibt es Hinweise, dass dieser schon vorher Fake News verbreitet hat?
  • Gibt es in dem Beitrag eine aufrührerische Schlagzeile, welche die bisherige Nachrichtenlage bewusst in Frage stellt?
  • Haben Sie den Eindruck, dass mit dieser Meldung Stimmung gemacht werden soll? Ist der Beitrag einseitig geschrieben?
  • Gibt es sprachliche Fehler oder untypische Formulierungen?
  • Passt das Bild nicht zur Nachricht? Werden Zahlen oder Zitate ohne Angabe von Quelle genannt? Wird stattdessen auf vage Formulierungen wie "ein Arzt", “ein Experte” ausgewichen?

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, sich auf Internetseiten zu informieren, die auf die Aufklärung von Fake-News spezialisiert sind. Dazu gehören der Faktenfinder von tagesschau.de, aber auch Seiten wie hoaxmap.org oder mimikama.at. Sie informieren über gefälschte News oder Bilder und prüfen Nachrichten auf ihre Echtheit.

"Niemand muss in Nachrichten-Quarantäne gehen. Wir raten aber Internetnutzern, auf eine gewisse Sorgfalt zu achten und Hygieneregeln in Bezug auf Nachrichten, die wir online bekommen, zu befolgen. Insbesondere wenn wir diese News und Meldungen weiterleiten", erklärt Digital-Experte Schmidt.

NPO / Stiftung DigitalAge, 20.04.2020
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