Lexikon
Denken
eine Tätigkeit des menschlichen Geistes, die Bedeutungen und Sinnzusammenhänge erfasst und herstellt. Das Denken ist ein aktives seelisches Verhalten, im Unterschied zum passiven Empfinden, Hingegebensein an Eindrücke u. Ä. Das Denken muss vom Vorstellen ebenso unterschieden werden wie vom Sprechen, obwohl alles bewusste Denken an Anschauungs- und Wortvorstellungen gebunden ist. Das Denken heißt diskursiv, wenn es sich in Begriffen bewegt, urteilt, schließt; es heißt intuitiv, wenn es seinen Gegenstand unmittelbar erfasst, z. B. in Form einer plötzlich auftretenden Problemlösung; es heißt reproduktiv, wenn es auf die Verwendung erworbener Kenntnisse beschränkt ist; es heißt produktiv, wenn es schöpferisch neue Ergebnisse erarbeitet; es ist reflektierendes Denken, wenn es sich den Zusammenhang seiner Gedanken als solchen zum Bewusstsein bringt.
Philosophie
In der antiken Philosophie, insbesondere durch Parmenides und Platon, wurde Denken scharf von Meinung unterschieden. Es wird vom „reinen Denken“, das nicht durch Wahrnehmung und Sinnlichkeit beirrt sein soll, ausgegangen. In der neuzeitlichen Philosophie tritt das Denken in Gegensatz zum objektiven „Sein“. Während der Empirismus den Stoff des Denkens als von der Sinnlichkeit gegeben annimmt, geht der Rationalismus vom erkenntnistheoretischen Primat des Bewusstseins („reinen Denkens“) aus. Kant hingegen bringt Denken und Sinnlichkeit in ein Abhängigkeitsverhältnis („Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind“ [„Kritik der reinen Vernunft“]). Er behält die auch in der Aufklärungsphilosophie gebräuchliche Unterscheidung zwischen Vernunft und Verstand bei, wertet sie jedoch anders: Das Höhere ist die Vernunft als Gesetzmäßigkeit des Denkens, während der Verstand als erfassendes Denken sich auf die Gegenstände richtet, die nun nicht mehr übersinnlich gedacht werden. Heidegger versucht in seiner Spätphilosophie, ein „ursprüngliches Denken“ wiederzugewinnen, das er dem Denken der Wissenschaften entgegensetzt und das zu der griechischen Identität von Denken und Sein zurückführen soll.
Wissenschaft
»Entscheidend ist die Empfindungsfähigkeit«
Welcher Schutz sollte Embryoiden – stammzellbasierten Embryonen – zukommen? Die Bioethikerin Hannah Schickl über Standpunkte in der Forschung.
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Wissenschaft
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